Die Regierung will bei der Entwicklungszusammenarbeit jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag sparen. Das darf keinesfalls sein, finden die Mitglieder des evangelischen Verbandes INTERACTION.
Der Bundesrat will die Entwicklungshilfe auf nächstes Jahr um über 100 Millionen Franken (etwa 4 %) kürzen. Damit entfernt er sich vom festgelegten Ziel, mindestens 0,5 Prozent des Bruttonationalprodukts für die öffentliche Entwicklungshilfe auszugeben. Gleichzeitig werden immer grössere Teile der Entwicklungshilfe-Gelder für andere Ziele (Asylbereich, Klimaziele, friedensfördernde Massnahmen, etc.) verbraucht. Damit sinkt der direkte Anteil für eine nachhaltige Armutsbekämpfung durch Entwicklungszusammenarbeit weiter.
Eine Frage der Gerechtigkeit
Die Hilfswerke des SEA-Verbandes INTERACTION haben an ihrer Mitgliederversammlung am 20. November in Bern in einer gemeinsamen Erklärung Bundesrat und Parlament dazu aufgerufen, die Gelder der staatlichen Entwicklungshilfe in der bisherigen Höhe beizubehalten. Die Entwicklungshilfe bedeutet Solidarität mit den Ärmsten und ist eine Frage der Gerechtigkeit. Der Verband verweist dabei auf die Haltung der Nächstenliebe, die in der christlichen Tradition und den Wertvorstellungen besonders wichtig ist.
Nationale und internationale Zielvorgaben einhalten
Für die Schweiz bestehen zudem nationale und internationale Zielvorgaben für die staatliche Hilfe (0,5 Prozent als Minimum, 0,7 Prozent als Ziel). Die Mitglieder von INTERACTION betonen: Die Schweiz ist eines des reichsten Länder in der Völkergemeinschaft. Sie trägt die Entwicklungsziele der Uno mit und muss diese auch glaubhaft vertreten können. Darum soll sie auch in den kommenden Jahren die Entwicklungshilfe auf 0,7 Prozent des BNP erhöhen.
INTERACTION ist ein Verband von christlichen Hilfswerken, Entwicklungsorganisationen und Missionsgesellschaften. Der Verband mit 26 Mitgliedern ist auch das Kompetenzzentrum der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA in den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit, Nothilfe und Sensibilisierung.
Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA ist eine Bewegung von Christinnen und Christen aus reformierten Landeskirchen, Freikirchen und christlichen Organisationen. In der Romandie tritt der französischsprachige Teil der Evangelischen Allianz als „Réseau évangélique suisse“ auf. Die SEA besteht gesamtschweizerisch zurzeit aus 81 Sektionen mit rund 590 Gemeinden und über 170 christlichen Werken. Die Basis der SEA wird auf 250‘000 Personen geschätzt. Die SEA ist eine von weltweit 129 Evangelischen Allianzen mit schätzungsweise 600 Millionen Gleichgesinnten.
Kontakt
Olivier Tezgören
Geschäftsführer INTERACTION (Arbeitsgemeinschaft SEA)
olivier.tezgoeren@interaction-schweiz.ch
+41 79 240 75 71
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Evangelische Hilfswerke fordern: Bei Entwicklungshilfe nicht sparen
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