Die Sterbehilfeorganisation Exit meldet ein rasches Wachstum der Mitgliederzahlen. Ein Erfolg für die Selbstbestimmung des Menschen über sein eigenes Leben ist dies jedoch nicht. Exit bietet nämlich den Menschen höchstens einen Ausweg an, aber keine Hoffnung.

Wer beruflich oder privat mit älteren und geschwächten Menschen zu tun hat, weiss, wie sich diese immer mehr mit dem Angebot von Sterbehilfe-Organisationen auseinandersetzen müssen, und wie dieser Druck ihnen Sorge macht. Da hat doch Frieda vom gleichen Stockwerk, die ja noch „viel besser zwäg war“ sich mit Exit angeblich sanft vom Leben verabschiedet. Warum sollte denn Franz mit seiner schweren fortschreitenden Knochenerkrankung und beginnender Demenz nicht auch das tun sollen, vielleicht sogar tun müssen? Auch für das Pflegepersonal, das Tag für Tag mit „hoffnungslos“ kranken Menschen zu tun hat, wird die Aufgabe schwieriger: Warum sollte man noch viel Pflegezeit in Frau H. investieren, die doch schon so lange sagt, dass sie sterben möchte?

Bald aktive Sterbehilfe?
Bei der Tätigkeit von Sterbehilfe-Organisationen geht es nicht „nur“ um Suizidhilfe, wie immer wieder betont wird. Bei todkranken Menschen ist es in der Realität so, dass es manchen von ihnen gar nicht mehr selber möglich ist, das tödliche Gift zu nehmen. Daher werden Sterbehelfer immer wieder an die Grenze des gesetzlich Zulässigen gehen müssen. Werden der Beihilfe zum Suizid durch Exit die Tore weiter geöffnet, wird wohl bald auch die aktive Sterbehilfe zugelassen, wie dies in Belgien, den Niederlanden und Luxemburg bereits der Fall ist. Sterbehilfe-Organisationen drängen auf einen grundlegenden Wechsel der Werte: Menschen sollen „selbstbestimmt“ sterben können, weil sie keine Lebenslust mehr verspüren oder einem längeren Leiden aus dem Weg gehen wollen. Faktisch könnte das dann auch ein Teenager in einer Lebenskrise sein.

Ermutigung und Liebe am Sterbebett
Christen plädieren dafür, dass nicht die angebliche Selbstbestimmung, sondern die Hoffnung und die liebevolle Zuneigung das Wichtigste sind,  was sterbende Menschen brauchen. Auch vollständig pflegebedürftige und abhängige Menschen werden die von Gott geschenkte Würde nie verlieren. Jesus Christus hat eine Kultur des Lebens gelebt, indem er kranke und gebrochene Menschen ermutigte. Nach seinem Vorbild sind wir dazu aufgerufen, die Begleitung und Pflege von Angehörigen und uns anvertrauten schwerkranken Menschen kompetent und fürsorglich zu gestalten.

Kontakt
Marc Jost
Generalsekretär SEA
mjost@each.ch
076 206 57 57

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Zu den steigenden Mitgliederzahlen bei der Sterbehilfeorganisation Exit

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