Ab 1. September läuft der neue Ben Hur-Film in den Kinos. Die Neuauflage des Klassikers bietet nicht nur Spannung und Action, sondern eignet sich auch als Anstoss für Gespräche über den Glauben. Eine Filmrezension:
Der legendäre, vierstündige Ben Hur-Film von 1959 ist noch heute ein Filmklassiker. Durchaus gewagt also, davon ein Remake zu drehen. Ein Augenschein zeigt aber: es hat sich gelohnt. Der Film erzählt die eindrückliche Geschichte von Judah Ben Hur und seinem Adoptivbruder Messala Severus zur Zeit des römischen Reiches. Während Judah aus einer wohlhabenden jüdischen Familie stammt, holt den römischen Messala immer wieder seine Vergangenheit ein. Unzufrieden mit seinem Leben, entschliesst sich Messala, sich seine Anerkunnung auf den römischen Schlachtfeldern selber zu erarbeiten und kehrt seiner Familie den Rücken. Als er zurückkehrt, finden sich die Brüder auf verschiedenen Seiten des Machtkampfes zwischen den Juden und den Römern wieder. Judah trifft eine folgenschwere Entscheidung, die nicht nur seine Familie zerreisst, sondern auch ihn an den Rand des Todes bringt. Als er Jahre später die Möglichkeit bekommt, Rache zu nehmen, zeigt sich was stärker ist: der Hass oder die Liebe zu seinem Bruder.
Ben Hur ist ein actiongeladener Film, der durch seinen 3D-Effekt den Betrachter mitten ins Geschehen hineinzieht: sei es beim Spaziergang durch die historischen Gassen von Jerusalem, beim Rudern auf den Galeeren oder bei atemberaubenden Pferde- und Wagenrennen. Die Charaktere Judah (Jack Houston), Messala (Toby Kebbell), Jesus (Rodrigo Sntoro) und insbesondere auch Ilderim (Morgan Freeman) überzeugen in ihren Rollen und verleihen der Geschichte Authentizität. Der Film ist mehrschichtig aufgebaut und thematisiert neben der Hauptgeschichte auch das Leben und Sterben von Jesus Christus. Wiederholt kommen die Hauptakteure mit Jesus in Kontakt und werden durch diese Begegnungen beeinflusst. Während in der älteren Filmversion die Rache im Zentrum stand, thematisiert die Neuauflage eindrücklich die Möglichkeit und das Ringen um Frieden und Versöhnung.
Wird das Remake mit dem Original aus 1959 verglichen, kommt der neue Film trotz 3D-Effekt nicht an den Klassiker heran. Vier Stunden episches Drama auf Spielfilmlänge zu komprimieren ist gezwungenermassen mit Abstrichen verbunden. Somit werden bisherige Ben Hur-Liebhaber das eine oder andere Detail vermissen. Alleine betrachtet hingegen überzeugt der neue Ben Hur auf der ganzen Länge. Im Remake rückt zudem die Parallelgeschichte von Jesus, die in der älteren Version eher ein Randgeschehen war, mehr ins Zentrum.
Der Film eignet sich unserer Meinung nach sowohl für die Jugendgruppe, als auch für einen Kinobesuch mit Freunden, die dem christlichen Glauben weniger nahe stehen. Durch die Thematisierung verschiedener Spannungsfelder (bspw. Hass – Liebe, Rache – Versöhnung, Gewalt – Friede) eignet sich der Film zudem als Anstoss für Gespräche über Lebensfragen.
Webseite
www.lepramission.ch (mit Ressourcen und nützliche Links zum neuen Ben Hur-Film)
Download PDF
Filmrezension (von Debby Blaser)
