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News

Dem Recht des Stärkeren die sanfte Kraft von Christus entgegensetzen

16. April 2025 by

Nachdem Jesus von den jüdischen Führern festgenommen worden war, wurde er vom römischen Statthalter Pilatus verhört. (Nikolaj Nikolajewitsch Ge: »Was ist Wahrheit?« 1890, Öl auf Leinwand, Moskau, Tretjakow–Galerie.)

 

Eine Osterbotschaft von Andi Bachmann-Roth

 

Egal, ob ich mich in der Weltpolitik oder im privaten Umfeld umsehe: Rechtsstaatlichkeit und Wahrheit werden vermehrt mit Füssen getreten. Stattdessen setzt man wieder zunehmend auf das Recht des Stärkeren. Die von Russland überfallene Ukraine wird zum Spielball zweier Weltmächte, in Teilen des Westens werden die israelischen Opfer des Hamas-Überfalls vom 7. Oktober 2023 verachtet, ein Vergewaltiger wird vor Gericht aus Mangel an Beweisen freigesprochen und beim Erben werden die Töchter übergangen. Zurück bleiben Menschen und Völker – vergessen und verraten. Natürlich gibt es auch Hoffnungsgeschichten. Doch ein nüchterner Blick zeigt viele, die auf der Strecke bleiben.

 

Justizskandal

Auf tiefgründige Art und Weise erzählt Johannes das Drama um die Verhaftung, Verurteilung und Hinrichtung von Jesus (Kapitel 18 und 19). Der Blick auf die sozialen Geschehnisse zwischen dem Abend des Gründonnerstags und dem Morgen des Karfreitags vor ca. 2000 Jahren ist aktueller denn je. Denn es ist auch die Geschichte von Verrat und Machtkalkül auf Kosten der Opfer. Ein Unschuldiger wird zum Tod verurteilt und die Wahrheit der Macht geopfert. Ein Drama, das viele, die Unrecht erleiden, nur allzu gut aus eigener Erfahrung kennen.

 

Was aber bis heute gleichermassen irritiert und beeindruckt, ist der Angeklagte, der weder auf schwächliche Nachgiebigkeit noch rücksichtsloses Ausspielen seiner Macht, sondern auf eine sanfte Stärke setzt. Doch bevor wir uns diesem bemerkenswerten Mann widmen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die anderen Protagonisten.

Machtspiele auf dem Rücken der Opfer

Da sind einerseits die jüdischen Anführer und ihnen gegenüber der römische Statthalter Pilatus. Als persönlich beauftragter Beamter des Kaisers hatte Pilatus die undankbare und gefährliche Aufgabe, die Interessen Roms in dieser aufwieglerischen Provinz zu sichern. Und er tat das mit dem ihm anvertrauten Monopol der Gewalt. Das Recht, ein Todesurteil zu verhängen, oblag allein ihm – und er machte davon regen Gebrauch (vgl. Holland 2021: 87). Er schreckte nicht einmal davor zurück, im Heiligtum der Juden ein Massaker zu vollstrecken (vgl. Lk 13,1). Das Letzte, was Pilatus brauchen konnte, waren von messianischen Hoffnungen angefachte Unruhen (vgl. Ratzinger 2011:191). Zu wackelig war sein eigener Posten im von Verrat und Intrigen durchsetzten römischen Machtapparat. Egal, ob man den römischen Prokurator eher als fairen, aber schwachen Richter oder als gerissenen Manipulator sieht, sein Ziel war in jedem Fall, seine eigene Macht zu behaupten (vgl. Volf 2012:365). Um seine Herrschaft und die Herrschaft Roms nicht zu gefährden, opferte er diesen wundersamen Wanderprediger aus Nazareth. Die Frage nach Gerechtigkeit und Wahrheit war dabei zweitrangig.

(Meister des Evangeliars von Rossano: Codex Purpureus, Szene: Das Urteil des Pilatius; 6. Jh., Pergament. Rossano, Kathedrale. Buchmalerei, wahrscheinlich in Antiochia entstanden.)

Dieselbe kühle Logik der «Nützlichkeit» von Jesu Tod vertraten auch die religiösen Führer der Juden (vgl. Joh 18,14). Nicht ihrem Machterhalt sollte der Tod Jesu dienen, sondern damit die «Nation nicht umkomme» (Joh 11,50). Eine Wahrheit über den stellvertretenden Tod Jesu, die später trotz allem zynischen Kalkül zur tiefen Wahrheit wird: «…wir haben erkannt, dass einer für alle gestorben ist…» (2. Kor 5,14). Vordergründig gaben sich die Priester, Ältesten und Schriftgelehrten des Hohen Rates als Beschützer des Volkes und ehrenhafte Verteidiger des jüdischen Glaubens aus (vgl. z.B. Joh 5,16). Doch Johannes offenbart uns, dass sie sich angesichts der Anziehungskraft Jesu schlicht um ihre Popularität fürchteten (vgl. Joh 11,48). So oder so war ihre Meinung gemacht – Jesus musste sterben. Ihre Auftritte vor Pilatus zeichnen sich durch die Abwesenheit von Argumenten (vgl. Joh 18,30) und dafür umso lautstarker vorgetragene Forderungen aus (vgl. Joh 19,6). Sie erkannten dabei nicht einmal ihren offensichtlichen Widerspruch zwischen der korrekten Einhaltung der Reinheitsvorschriften und der eigentlichen, inneren Reinheit des Menschen (vgl. Joh 18,28f), wie Ratzinger bemerkt (vgl. Ratzinger 2011:207). Um ihr Ziel zu erreichen, lieferten sie jemanden aus ihrem eigenen Volk dem verhassten Regime aus. Als sie mit ihren Forderungen nicht durchdrangen, griffen sie zur Einschüchterungstaktik: «Willst Du deine Freundschaft mit dem Kaiser aufs Spiel setzen?», fragten sie Pilatus (Joh 19,12).

 

Umgekehrt brachte Pilatus die jüdischen Führer dazu, öffentlich ihre Treue zum Kaiser als einzigen König zu bekunden (vgl. Joh 19,15). Und Pilatus hatte vorerst nicht im Traum vor, auf die unbegründeten Forderungen einzugehen. Schliesslich hatte er noch einige unbeglichene Rechnungen mit dem Hohepriester Kaiphas offen (vgl. Spieker 2020: 475f). Doch letztlich überwog der Druck der Meute.

 

Bei diesem wohl bekanntesten Gerichtsfall der Welt ging es nicht um die Klärung einer Schuldfrage, sondern um einen Kampf zwischen Machtmenschen. Kommunikation wird zu einem Werkzeug der Manipulation und Gewalt und ist nicht länger Instrument eines vernünftigen Meinungsaustausches (vgl. Volf 2012: 357). Unweigerlich denkt man dabei an aktuelle politische Auseinandersetzungen. Menschen, ja ganze Völker werden für scheinbar höhere Interessen oder den eigenen Machterhalt geopfert. Wahrheit interessiert dabei weder die Ankläger noch die Richter und wird irrelevant. In einem philosophischen Gespräch ist die Wahrheitsfrage vielleicht Geschmacksache. Für einen zu Unrecht Angeklagten ist Wahrheit jedoch eine Frage von Leben und Tod. Und auch der aggressive Umgangston in Kommentarspalten gleicht häufig einem Machtdiskurs, in welchem sich allzu häufig der laut schreiende Mob durchsetzt (vgl. Joh 18,40; 19,6).

(Tizian: Dornenkrönung; um 1570, Öl auf Leinwand, München, Alte Pinakothek.)

Sanfte Kraft

Ostern eröffnet uns einen Blick in den Abgrund menschlicher Fähigkeit zu Unrecht, Gewalt und Verrat. Und ich frage mich mit König Théoden aus «Herr der Ringe»: «Was können Männer gegen solch rücksichtslosen Hass tun?»

 

Da ist einerseits der Weg, den Petrus zunächst einschlägt: Er zieht das Schwert (vgl. Joh 18,10). Dem Unrecht wird Zorn und Gewalt entgegengesetzt. Es ist der Pfad der Widerstandskämpfer und Zeloten – der Stoff, aus dem Action-Filme gemacht werden. Ist der Kampf nicht legitim, wenn er sich gegen derartiges Unrecht richtet? Christus widersteht dem Drang nach Rache. Die zwölf Legionen Engel bleiben in der Kaserne (vgl. Mt 26,53). Christus lässt sich auf die Schlachtbank führen.

 

Friedrich Nietzsche war abgestossen von der Passion Christi. Wie Pilatus hatte er nur Verachtung und Hohn für den «kleinen Juden» aus Galiläa übrig (vgl. Nietzsche 1956: 278.174). Die johanneische Erzählung lässt jedoch nicht zu, Jesus als schwächlich und nachgiebig zu bezeichnen. Mit seinen Fragen und seinem Schweigen konfrontierte Jesus die Ankläger und Richter auf subtile und kraftvolle Art und Weise mit der Wahrheit (vgl. z.B.: Joh 18,23.37). Volf bemerkt zu Recht, dass in den beiden Kapiteln des Johannes-Evangeliums eine Art Gegenprozess stattfindet, in dem über Pilatus das Urteil gefällt wird (vgl. Volf: 357). Christus verkörpert eine alternative Macht (vgl. Joh 18,36). Sein Königtum beruht nicht auf «Kampf», sondern auf dem «Zeugnis»: «Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeuge» (Joh 18,37b). Christus spricht sich für die Macht der Wahrheit aus. Und er ist bereit, für diese Wahrheit sein eigenes Selbst hinzugeben. Zugleich weigert er sich, die anderen für seine Wahrheit zu opfern (vgl. Volf 2012: 358ff). So entfaltet sich in der Passionsgeschichte eine Story, in welcher der erniedrigte Christus zum Träger einer kraftvollen Autorität und Herrlichkeit wird (vgl. Mt 26,64).

 

Der im Tessin lebende Eremit Gabriel Bunge schreibt dazu treffend:

«An dem Beispiel Christi und seiner beiden alttestamentlichen Vorbilder Moses und David lässt sich deutlich ablesen, worin das Wesen dieser ‹sanften Stärke› besteht. Weder in schwächlicher Nachgiebigkeit noch in rücksichtslosem Ausspielen der eigenen Kraft und Überlegenheit, sondern im Gegenteil in der Hingabe seiner selbst, damit der andere Leben habe.» (Bunge 2018: 99).

(Gustave Doré: Jesus Christus mit Dornenkrone; um 1866, Holzstich. Illustration für die Prachtausgabe der Bibel in fr. Sprache aus dem Verlag Tours von Alfred Mame.)

Sanfte Stärke – gefragt wie selten

Die Erfahrungen von Verrat und Unrecht mussten schon viele teilen. Inmitten einer solchen Erfahrung stark und zugleich sanft zu bleiben, erfordert Charakter. Ich kann angesichts des Unrechts auf dieser Welt gut nachvollziehen, wenn einen Zorn oder Verzweiflung überkommt. Dennoch bleibt die sanfte Stärke der Weg, den Christus uns vorgezeichnet hat, auch wenn es mir schwerfällt, ihn als Patentrezept für alle politischen Konflikte zu verstehen.

 

Menschen, die diesem Weg gefolgt sind, begegneten mir zuletzt in der Lektüre von Myroslaw Marynowytschs Buch «Das Universum hinter dem Stacheldraht». Marynowytsch ist ein Ukrainer, der während der zwölfjährigen Haft im russischen Gulag Christus begegnete. Er und einige seiner Mitgefangenen fanden im Glauben die Kraft, um sich nicht von Wut und Depression zerfressen zu lassen. Er schreibt über einen Mitgefangenen Oleksa Tychi:

 

«Er war ein Kämpfer – doch einer, der in gar keiner Weise nur um des Kampfes willen kämpft und sich von seiner inneren Aggression leiten lässt […]. In seinen Augen lag eine so erstaunliche Liebe und eine starke evangelische Ausstrahlung.» (Marynowytsch 2023: 430).

 

Diese Kraft und Sanftheit brauchen wir heute mehr denn je: Menschen, die sich von der Hoffnung von Ostern leiten lassen. Am Ende werden Wahrheit und Gerechtigkeit obsiegen. Die Gewalttäter und Mächtigen werden einst, wie Pilatus, zur Fussnote im Zeugnis der Gläubigen. Menschen, die mit ihrem Leben für Wahrheit und Gerechtigkeit zeugen, entfalten bereits jetzt eine Kraft, die weder Assad, Erdogan, Trump noch Putin je haben werden.

Bibliographie:

  • Bunge, Gabriel (2018): Drachenwein und Engelsbrot. Die Lehre des Evagrios Pontikos von Zorn und Sanftmut. 2. überarbeitete und aktualisierte Auflage. Beuron: Beuroner Kunstverlag.
  • Holland, Tom (2021): Herrschaft. Die Entstehung des Westens. 4. Auflage. Stuttgart: Klett-Cotta.
  • Marynowytsch, Myroslaw (2023): Das Universum hinter dem Stacheldraht. Memoiren eines sowjet-ukrainischen Dissidenten. Stuttgart: ibidem Verlag (Ukrainian Voices, 43).
  • Nietzsche, Friedrich (1956): The Birth of Tragedy and The Genealogy of Morals. Übers. Francis Golffing. Garten City: Doubleday.
  • Ratzinger, Joseph; Benedikt XVI (2011): Jesus von Nazareth. Teil II: vom Einzug in Jerusalem bis zur Auferstehung. Freiburg im Breisgau: Herder.
  • Spieker, Markus (2023): Jesus. Eine Weltgeschichte. 7. Auflage. Basel: Fontis Verlag.
  • Volf, Miroslav (2012): Von der Ausgrenzung zur Umarmung. Versöhnendes Handeln als Ausdruck christlicher Identität. Marburg: Francke.

Warum Herzensnähe in Beziehungen unerlässlich ist

2. April 2025 by

Haben Sie schon einmal das Gefühl gehabt, dass die tiefe Verbindung zu Ihrem Partner nicht mehr so stark ist wie früher? Herzensnähe kann auch in der besten Partnerschaft verloren gehen – man verausgabt sich, lebt sich auseinander, langweilt sich oder hat einfach keine Zeit füreinander. Und der Trend, Bedürfnisse immer und sofort zu befriedigen, prägt auch unsere Ehen. Bei einem Treffen der Arbeitsgemeinschaft Forum Ehe+Familie der SEA sprach Susanna Aerne, systemische Paarberaterin, über ungestillte Bedürfnisse in Beziehungen und bot Raum für Austausch.

 

Wir alle haben Grundbedürfnisse, die gestillt werden müssen: Wasser, Schlaf oder auch Sauerstoff. Darüber hinaus gibt es auch weniger offensichtliche Bedürfnisse, die für andere oft verborgen sind und auch trotz Beziehungen ungestillt bleiben können. Susanna Aerne sprach in ihrem Referat darüber, dass viele Menschen unter diesen ungestillten Bedürfnissen in Beziehungen leiden – und dass dies auch unter Christen zu Treuebrüchen führen kann. Aus diesem Grund versammelten sich Leiterinnen und Leiter verschiedener Organisationen auf Einladung des Forums Ehe+Familie, um über dieses intime Thema auszutauschen und herauszufinden, wie Herzensnähe auch in langjährigen Beziehungen lebendig bleiben kann. Susanna Aerne ermutigte die Teilnehmenden, in Beziehungen zu investieren, selbst Verantwortung zu übernehmen und auf ungestillte Bedürfnisse einzugehen.

 

Die Ehe als wertvoller Schatz

Wie geht es ihr wirklich? Was sind seine Träume? Wenn jemand diese Fragen zum eigenen Partner oder der Partnerin nicht beantworten kann, kann das ein Zeichen dafür sein, dass die Herzensnähe verloren gegangen ist. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Wenn man aufgrund des getakteten Alltags nicht mehr viel Zeit für die Beziehung investiert, sich verausgabt oder sich die Partner in ihrer Persönlichkeit ungleich entwickeln, bleiben Bedürfnisse nach Nähe oder Sexualität trotz einer Beziehung ungestillt. «Gerade Männer sind sich häufig gar nicht bewusst, was ihnen fehlt», sagte Susanna Aerne. Sie wies darauf hin, dass genau dieser Mangel an Nähe ein Grund für Treuebrüche sein kann: «Wenn unsere Herzen nicht genährt sind, leben wir gefährlich.» Dann würden wir bewusst oder unbewusst offen dafür, unsere Bedürfnisse ausserhalb der Beziehung zu befriedigen. Ein wichtiger Schritt ist, wieder bewusst mehr Zeit mit dem Partner zu verbringen und wirklich nachzufragen, wie es ihm oder ihr geht. Solche einfachen, aber tiefgehenden Gespräche können helfen, die verlorene Herzensnähe wiederherzustellen.

 

Als Scheidungskind weiss Susanna Aerne aus eigener Erfahrung, wie schmerzhaft eine Scheidung für eine Familie, insbesondere die Kinder, ist. Unter Christen wird eine stabile Beziehung häufig als selbstverständlich vorausgesetzt und Menschen werden wenig ermutigt, auch in Beziehungen achtsam mit den eigenen und den (ungestillten) Bedürfnissen des Partners umzugehen. Besonders eindrücklich wurde das am Forum durch den Erlebnisbericht einer Frau, die den Treuebruch ihres Partners verarbeiten muss. Mit diesem persönlichen Einblick wuchs der Mut, offen über emotionale und sexuelle Bedürftigkeit zu sprechen.

 

Manchmal warten Paare so lange, bis jemand oder beide keinen Ausweg mehr sehen. Gibt es dann noch Hilfe? Die Antwort darauf liegt für Aerne im Verständnis der Bedeutung der Ehe: Die Ehe ist ein kostbarer Schatz und wenn die Beziehung aktiv gepflegt wird, kann sie für beide sehr erfüllend sein. Wenn der Partner ein grundsätzliches «Ja» für einen hat und einen so liebt, wie man ist – mit allen Stärken und Schwächen –, fällt es viel leichter, über Probleme und auch unerfüllte Bedürfnisse zu sprechen. Dies fördert das Vertrauen und schafft eine Sicherheit, die eine starke Grundlage für die Beziehung bildet.

 

Herausforderungen in der Beziehung überwinden

Der anschliessende Austausch machte deutlich, dass Beziehungskrisen und Trennungen viele beschäftigt – auch Leitende. In Diskussionen wurde besprochen, was es braucht, damit Beratungsangebote aus dem FEF-Netzwerk solchen Herausforderungen hilfreich begegnen können. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer suchten nach Wegen, wie in Kirchen ein Raum entstehen kann, in dem auch über solch tabuisierte Themen offen gesprochen werden kann. Viele stimmten überein, dass unsere heutige Konsumgesellschaft einen Einfluss auf Beziehungen hat. Die Tatsache, dass wir vieles jederzeit, sofort und einfach haben können, hinterlässt auch Spuren in der Art und Weise, wie wir Beziehungen leben. Das bedeutet jedoch nicht, dass es unmöglich ist, in einer Krise die Hoffnung zu bewahren. Susanna Aerne schloss ihr Referat mit einer ermutigenden Botschaft ab: «Egal, wie gross die Not bei den Menschen ist, bei Gott gibt es keine hoffnungslosen Fälle. Wiederherstellung ist möglich.»

 

Jugendforum 2025 – wachsende Freundschaften und stärkende Einheit

21. März 2025 by

«Mittlerweile komme ich nicht nur fürs Vernetzen, sondern auch um Freunde zu treffen.» So sagte ein Teilnehmer des Jugendforums 2025. Die wachsende Einheit stimmt die SEA-Jugendbeauftragte Jaël Binggeli, die das jährliche Treffen von Leitenden aus der Schweizer Jugendarbeit verantwortet, dankbar. Sie berichtet:

 

Erfüllt und erschöpft nach mehr als 24 Stunden Jugendforum mit rund 70 Teilnehmenden ging ich nach Hause. Es berührt mich sehr, wie die Einheit und auch Freundschaften durch das Jugendforum gewachsen sind. Es wurde zu einem Ort, wo man sich Zeit nehmen will und gerne kommt.

 

Der Vormittag startete mit Kaffee, Gipfeli und angeregten Gesprächen. Bis zum Mittag kamen wir gemeinsam vor Gott im Lobpreis, Gebet und einem Impuls von David Wöhrle. Am Nachmittag beschäftigten wir uns in Workshops mit verschiedenen Themen, wie junge Menschen mit dem Evangelium erreicht und gestärkt werden können. Dabei wurden bestehende Tools als Diskussionsbasis genutzt. Der Abend wurde rege genutzt für Austausch, Gebet, Spiel und Spass. Am nächsten Tag traf man sich in organisierten Gruppen (Werke, Verbände, Jüngerschaftsschulen, Jugendnetzwerke), um über spezifische Themen und Fragen zu sprechen.

Impressionen

Verfügt die WHO jetzt die Impfpflicht?

17. Februar 2025 by

10 Fragen und Antworten zur Anpassung der internationalen Gesundheitsvorschriften der Weltgesundheitsorganisation

 

Die Covid-19-Pandemie war für Menschen weltweit belastend. Viele sind froh, dass diese schwierige Zeit vorbei ist. Doch die Folgen sind nach wie vor spürbar. Einerseits führte die Pandemie zu bleibenden Krankheiten und gar Tod. Andererseits werden noch immer Diskussionen darüber geführt, ob die Pandemiebewältigung von Kirchen und Staat angemessen war.[1] Auch im Netzwerk der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA haben kontroverse Ansichten zum Umgang mit dieser Ausnahmesituation zu Zerwürfnissen geführt.[2]. Mit einer politischen Vernehmlassung wird nun die Diskussion über den Umgang mit Pandemien wieder angefacht. Nötig wurde diese erneute Auseinandersetzung, weil die Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an ihrer Weltgesundheitsversammlung (WHA) vom 1. Juni 2024 Anpassungen der Internationalen Gesundheitsvorschriften, kurz: IGV (2005), im Konsens verabschiedet haben. Diese Anpassungen, mit denen die Kooperation in einer künftigen Pandemie geregelt wird, gelten auch für die Schweiz. Der Bundesrat hat sich entschieden, mit einer Vernehmlassung die Meinungen und Haltungen von Parteien, Verbänden und Organisationen einzuholen. Zudem hat die EDU kürzlich eine Petition lanciert, in der sie den Austritt der Schweiz aus der WHO fordert.[3]

 

Die Schweizerische Evangelische Allianz will mit den folgenden 10 Fragen und 10 Antworten einen Beitrag zur Orientierung und Übersicht leisten. Sie tut dies aus einer Perspektive, die unter anderem dem Dienst am Menschen, dem Schutz der persönlichen Würde aller Menschen, der Achtsamkeit auf Gerechtigkeit, dem Schutz der Religions-, Glaubens- und Gewissensfreiheit sowie der weltweiten Gemeinschaft der Menschen verpflichtet ist. Die SEA ist sich bewusst, dass in vielen politischen Fragen ein Ermessensspielraum besteht.[4]

 

[1] So fordert die EDU Schweiz beispielsweise die Einsetzung einer staatlich unabhängigen Expertengruppe, welche sämtliche staatlichen Entscheide und Massnahmen während der Covid-19-Pandemie lückenlos aufarbeitet.

[2] https://eachdev.weiter.ch/medienmitteilungen/kirchen-kamen-nicht-unbeschadet-durch-die-pandemie/

[3] https://www.edu-schweiz.ch/aktuelles/neuigkeiten/die-schweiz-soll-aus-der-who-austreten/

[4] Vgl. dazu die SEA-Stellungnahme «Politik aus evangelischer Verantwortung» (2011). Online abrufbar unter: https://eachdev.weiter.ch/stellungnahme/politik-aus-evangelischer-verantwortung/

Frage 1: Was für Ziele verfolgt die WHO mit der Anpassung der IGV?

Der Bundesrat fasst die Absicht der WHO wie folgt zusammen: Die Covid-19-Pandemie habe aufgezeigt, dass die internationalen Absprachen nicht immer gut funktionierten. Dank besserer zwischenstaatlicher Zusammenarbeit soll die grenzüberschreitende Ausbreitung von Krankheiten künftig effektiver verhütet und bekämpft werden, ohne den Personen- und Güterverkehr unnötig einzuschränken.[1] Die SEA schätzt es, dass mit den IGV die internationale Kooperation gestärkt wird, ohne die nationale Souveränität zu untergraben. Insbesondere unterstützt die SEA die IGV, weil eine verstärkte Kooperation besonders den benachteiligten Ländern des globalen Südens zugutekommt.

 

Es ist zudem anzumerken, dass die IGV kein neues Regelwerk sind. Es gibt sie schon länger und die Schweiz trägt diese Verordnungen als Gründungsmitglied der WHO von Beginn weg mit. Die Reform will lediglich auf die aktuellen Herausforderungen reagieren. Während der Covid-19-Pandemie haben schlechte Kommunikation, mangelnde internationale Solidarität und die langsame Reaktion der WHO sowie die Auswirkungen von Fehlinformationen viele Leben gekostet. Die Änderungen sind ein wichtiger Schritt, um diese Probleme vor der unvermeidlichen nächsten Pandemie anzugehen.

 

Der Reformprozess war partizipativ und offen gestaltet. Die beteiligten Staaten konnten ihre Fragen und Bedenken einbringen und die Diskussion war durchaus kontrovers, wie verschiedene Anpassungen zeigen. Schliesslich haben alle WHO-Mitgliedstaaten – darunter auch die Schweiz – im Konsens zugestimmt. Konsens bedeutet, dass die IGV dem kleinsten gemeinsamen Nenner zwischen den Staaten entsprechen. Daher ist es nicht überraschend, wenn der Bundesrat feststellt, dass « die Anpassungen im Allgemeinen von geringer Tragweite [sind].» (Erläuternder Bericht, S. 11)

 

Die IGV fordern zudem, dass eine nationale Anlaufstelle als IGV-Behörde bezeichnet wird. Diese soll eine koordinative Verantwortung gegenüber der WHO übernehmen. Laut Bundesrat wird diese Rolle in der Schweiz dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) übertragen, ohne dass dabei neue Strukturen oder Kompetenzen nötig wären. Das BAG ist in der Schweiz jetzt schon zuständig für die Bearbeitung von Meldungen sowie für notwendige Massnahmen bei übertragbaren Krankheiten.

 

[1] Vgl. dazu das BAG: https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/strategie-und-politik/internationale-beziehungen/multilaterale-zusammenarbeit/organisation-mondiale-sante/reglement-sanitaire-international.html oder direkt die WHO: https://www.who.int/europe/health-topics/international-health-regulations#tab=tab_1

Frage 2: Kann die Schweiz (das Volk) bei den geplanten Anpassungen überhaupt mitreden?

Die Schweiz hat als Gründungsmitglied die Entwicklung der WHO massgeblich mitgeprägt. Auch an den Diskussionen und Verhandlungen zu den Anpassungen der IGV hat sich die Schweiz via ihre Botschafterin Nora Kronig (Vizedirektorin BAG) aktiv beteiligt und ihre Interessen gezielt eingebracht.[1]

 

Es gab während den Beratungen Bestrebungen, die Empfehlungen des WHO-Generaldirektors für die Bekämpfung einer Gesundheitskrise künftig für verbindlich zu erklären. Die Schweiz hat sich gegen diese Vorschrift ausgesprochen, da sie einen Eingriff in die nationale Souveränität dargestellt und eine eigenständige Krisenpolitik der Länder behindert hätte. So darf die WHO auch künftig nur Empfehlungen aussprechen.[2]

 

Aufgrund des grossen öffentlichen Interesses hat sich der Bundesrat entschlossen, bis am 27. Februar 2025 eine Vernehmlassung durchzuführen. Dies, obwohl in der Schweiz keine Gesetzesänderungen nötig sind, die eine Vernehmlassung zwingend erfordern würden. Damit steht es nun allen offen, sich in die Diskussion einzubringen.

 

[1] https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/strategie-und-politik/internationale-beziehungen/multilaterale-zusammenarbeit/organisation-mondiale-sante/reglement-sanitaire-international.html

[2] Vgl. dazu den Bericht in der NZZ vom 12.11.2024: https://www.nzz.ch/schweiz/die-who-baut-ihre-macht-aus-dagegen-regt-sich-kritik-ld.1856902

Frage 3: Kann die WHO in der Schweiz künftig eine Impfpflicht anordnen?

Am angepassten Regelwerk wird unter anderem kritisiert, dass damit einer Impfpflicht sowie einem internationalen Impfzertifikat Tür und Tor geöffnet werden. In den Anpassungen des Regelwerkes gibt es für diese Vorwürfe jedoch keine Grundlage.

 

Das Bundesamt für Gesundheit schreibt dazu: «Die WHO kann schon heute, wie sie dies in der Covid-19-Pandemie getan hat, Empfehlungen an ihre Mitgliedstaaten aussprechen, auch zu Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. Diese sind jedoch nicht rechtsverbindlich».[1]

 

[1] Vgl. dazu das BAG: https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/strategie-und-politik/internationale-beziehungen/multilaterale-zusammenarbeit/organisation-mondiale-sante/reglement-sanitaire-international.html#accordion1734422349666

Frage 4: Kann die Schweiz die Anpassung der IGV überhaupt (noch) ablehnen?

Ist die Schweiz als Mitglied der WHO nicht sowieso zur Übernahme der Verordnung verpflichtet? Schliesslich gelten die Anpassungen der IGV für alle Vertragsstaaten. Zudem wurden die Anpassungen am 19. September 2024 durch die Vertragsstaaten bereits offiziell notifiziert.

 

Das BAG schreibt, dass die Annahme der Anpassungen durch die WHA die Schweiz noch nicht daran binde.[1] Gemäss den Artikeln 59 ff. der IGV kann die Schweiz ihre Ablehnung dieser Anpassungen oder spezifische Vorbehalte dazu anmelden («Opt-out System»). Die Frist, um eine allfällige Ablehnung oder Vorbehalte dagegen zu äussern, läuft bis zum 19. Juli 2025.

 

Wenn die Schweiz sich entscheidet, die Verordnung abzulehnen, würden Teile oder die ganze Verordnung hierzulande nicht in Kraft treten. Wenn die Schweiz Vorbehalte einbringt, müssen diese gemäss Artikel 62 IGV durch die WHO akzeptiert werden. Ansonsten treten die betreffenden Teile der Verordnung in der Schweiz nicht in Kraft.

 

[1] Vgl. dazu das BAG: https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/strategie-und-politik/internationale-beziehungen/multilaterale-zusammenarbeit/organisation-mondiale-sante/reglement-sanitaire-international.html

Frage 5: Hat die Schweiz während der nächsten Pandemie überhaupt noch etwas zu sagen?

Werden nicht automatisch die Rechte eines souveränen Staates wie der Schweiz untergraben, wenn eine supranationale Behörde wie die WHO gestärkt wird? Diese Kritik ist in der Schweiz in unterschiedlichem Kontext zu vernehmen. Es ist vorauszuschicken, dass das Schweizer Epidemiengesetz die IGV bereits jetzt berücksichtigt, insbesondere wenn es um die Ausrufung einer «gesundheitlichen Notlage» geht (vgl. insbesondere Art. 80, Abs. 3 EpG).

 

Der oben genannten Befürchtung entgegnet das BAG wie folgt: «Die Schweiz wird auch in Zukunft souverän über die eigene Gesundheitspolitik sowie über allfällige Massnahmen im Falle einer ‹gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite (PHEIC)› sowie im Pandemiefall entscheiden. […]. Es ist dabei wichtig festzuhalten, dass es den einzelnen Ländern wie der Schweiz überlassen ist, wie sie diese Kapazitäten in ihrem nationalen Kontext konkret umsetzen.»[1]

 

Die Schweiz hat sich bisher im Umgang mit internationalen Empfehlungen meist als eigenständig erwiesen. Empfehlungen sind daher nicht mehr und nicht weniger: Vorschläge zur internationalen Koordination.

 

[1] Vgl. Link zum BAG unter Fussnote 7. Mehr dazu in der Antwort des Bundesrats auf die Frage des Nationalrats Wyssmann Rémy: https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20247966

Frage 6: Machen die IGV kritische Stimmen mundtot?

Mit den IGV verpflichten sich die Staaten, gegen «falsche» oder «irreführende» Informationen in Krisenlagen vorzugehen. Die NZZ erkennt in dieser «Fake News»-Bekämpfung im Rückblick auf die Corona-Zeit eine Problematik. Vermeintlich wissenschaftliche Gewissheiten und staatliche Verlautbarungen haben sich später als falsch herausgestellt.[1]

 

Gemäss dem Erläuternden Bericht des Bundesrats soll bereits jetzt der Umgang mit Fehl- und Desinformation im Rahmen einer objektiven und wissenschaftlichen Information des Bundes über die Gefahren übertragbarer Krankheiten erfolgen, wie sie in Artikel 9, Absatz 1 des Epidemiengesetzes (EpG) vorgesehen ist. Dies soll in Übereinstimmung und unter Wahrung der Grundrechte und Grundfreiheiten, insbesondere der Meinungsäusserungsfreiheit, geschehen.[2]

 

Der Bundesrat ist der Ansicht, dass eine Risikokommunikation durch objektive und wissenschaftliche Informationen genügt, um Fehl- und Desinformation zu begegnen und damit das Ziel der Anpassung zu erreichen. Er hat jedoch eine Variante in die Vernehmlassung geschickt, die darin besteht, einen Vorbehalt bezüglich der Erwähnung des Umgangs mit Fehl- und Desinformation in den beantragten Anpassungen zu formulieren. Die SEA begrüsst, dass diese Bedenken aufgenommen wurden.

 

[1] https://www.nzz.ch/schweiz/die-who-baut-ihre-macht-aus-dagegen-regt-sich-kritik-ld.1856902

[2] Vgl. dazu den Erläuternden Bericht in der Vernehmlassung: https://fedlex.data.admin.ch/eli/dl/proj/2024/87/cons_1

Frage 7: Was bedeutet eine Annahme der IGV für Kirchen und christliche Werke?

Es ist nicht ersichtlich, dass sich mit der Annahme der IGV für Kirchen und christliche Werke etwas ändert. Als Christinnen und Christen sind wir der Menschenwürde wie auch der Wahrheit verpflichtet. Die SEA begrüsst Regelungen, welche diese Werte berücksichtigen und schützen, auch wenn es im Einzelfall Abwägungen braucht und verschiedene Perspektiven vorhanden sind.

 

Die Wahrung der Religions- sowie der Versammlungs- und Meinungsäusserungsfreiheit ist für die SEA besonders wichtig. Diese Werte dürfen auch in einer nächsten Notlage nur nach gründlichem Abwägen angetastet werden. Die Wahrung der Menschenrechte und Grundfreiheiten sind in den IGV (2005) festgehalten – dieser Punkt ist auch in den angepassten IGV unverändert (Art. 3, Abs. 1).

Frage 8: Können wir während einer nächsten Pandemie Gottesdienst feiern?

Die Revision der IGV geht nicht auf diese Frage ein. Bereits jetzt wird eine mögliche Einschränkung des öffentlichen Lebens im Schweizer Epidemiegesetz geregelt. Die SEA hält in ihrer Vernehmlassungsantwort fest, dass das gemeinsame Feiern des Gottesdienstes für Christen ein wichtiges Gut darstellt. Mit verschiedenen Massnahmen kann dem Schutz der Gottesdienst-Besucherinnen und -Besucher Rechnung getragen werden, ohne dass ein Verbot nötig ist.

 

Artikel 15 der Bundesverfassung schützt die Religionsfreiheit. Diese muss auch während einer Pandemie geachtet werden und die Behörden sind verpflichtet, sie einzuhalten. Als zum Beispiel der Kanton Genf 2020 ein Gottesdienstverbot angeordnet hat, wurde diese Massnahmen als unverhältnismässig verurteilt und korrigiert.[1] Solche Rekursmöglichkeiten bestehen auch in Zukunft.

 

[1]https://www.20min.ch/fr/story/culte-annule-pour-cause-de-covid-la-justice-pas-daccord-905732946298

Frage 9: Kann die WHO eine Pandemie ausrufen?

Ja, die WHO kann wie bisher gemäss den Kriterien einer «gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite», die in den IGV festgehalten sind, eine Pandemie ausrufen. Das BAG ergänzt, dass gemäss dem geltenden Epidemiengesetz die Feststellung einer solchen Notlage durch die WHO nicht automatisch zur Folge hat, dass in der Schweiz eine besondere Lage gilt. Ein Beispiel hierfür ist die Zikavirus-Epidemie 2015-2016, bei der in der Schweiz keine besondere Lage ausgerufen wurde. Für die besondere Lage in der Schweiz braucht es immer eine Beurteilung der hiesigen Gefährdungssituation, die der Bundesrat vornimmt.[1]

 

[1] Dazu das BAG: https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/strategie-und-politik/internationale-beziehungen/multilaterale-zusammenarbeit/organisation-mondiale-sante/reglement-sanitaire-international.html#accordion1734422349666

Frage 10: Wer überwacht die WHO?

Die Weltgesundheitsversammlung ist das oberste Entscheidungsgremium der WHO. Jedes Jahr im Mai treffen sich die Delegierten der 194 WHO-Mitgliedstaaten in Genf, um die thematische, finanzielle und organisatorische Ausrichtung und die zukünftigen Programme der Organisation zu prüfen und festzulegen. Unter anderem werden dort die Mitglieder des Exekutivrates gewählt. Die Schweiz wurde im Mai 2023 in den WHO-Exekutivrat gewählt und nimmt bis 2026 darin Einsitz.[1] Der Generaldirektor leitet das Sekretariat der WHO.

 

Finanziert wird die WHO durch Staaten und private Geldgeber (Stiftungen). Der drittgrösste Geldgeber ist nach den USA und Deutschland die Bill & Melinda Gates Foundation.[2] Wie viel Einfluss diese Stiftung in der WHO damit erhält, ist schwer zu beurteilen. Die SEA ruft die Verantwortlichen der WHO, unter anderem auch die Schweizer Vertreterinnen, dazu auf, für mögliche Interessenkonflikte oder ungebührende Einflussnahme sensibel zu sein und sie bei Bedarf offenzulegen.

 

[1] https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-101175.html

[2] Vgl. dazu die Daten der WHO zu «Who are the top contributors»: https://www.who.int/about/accountability/results/who-results-report-2022-2023/executive-summary

Autor: Andi Bachmann-Roth

Weitere Informationen

 

Internationale Gesundheitsvorschriften IGV

 

FAQ des Bundesamts für Gesundheit

 

Stellungnahme der SEA zur Vernehmlassung «Anpassungen an den Internationalen Gesundheitsvorschriften (2005)»

 

Viel Ermutigendes aus einer hoffnungsvollen Allianzgebetswoche

24. Januar 2025 by

Aufgrund der vielen Kriege und Krisen der letzten Jahre haben die Evangelischen Allianzen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für die Allianzgebetswoche 2025 bewusst das Thema «Miteinander Hoffnung leben» gesetzt. In zahlreichen Städten und Regionen der Schweiz kamen die Kirchen in der Woche vom 12. bis 19. Januar zusammen und erlebten diese Hoffnung gemeinsam an Allianzgottesdiensten, an Gebetsanlässen und in der Gemeinschaft. Diese alljährliche Woche hat gezeigt, welche Kraft ein Perspektivenwechsel hat – weg von den Krisen und Problemen hin zu Jesus Christus, dem Grund der christlichen Hoffnung.

 

Ein Beispiel dafür, wie diese Hoffnung weitergegeben werden kann, ist, im Alltag ein Licht zu sein. Zu diesem Thema hielt der Co-Generalsekretär der SEA, Andi Bachmann-Roth, in Bülach die Predigt im Allianzgottesdienst, zu dem über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammenkamen. «Dass Christen ein Licht in der Welt sind, kann für andere irritierend wirken», erklärte Bachmann-Roth. Anhand von Matthäus 5 zeigte er, dass Worte und Taten miteinander in Einklang stehen müssen, um diesem Problem entgegenzuwirken. Mit einem leuchtenden Armband, das die Gottesdienstbesucher in die Luft streckten, symbolisierte er, dass alle Christen zusammenhalten müssen, um dieses Licht in der Welt zu verbreiten.

24 Stunden Hoffnung in Winterthur

In einem etwas anderen Setting wurde das Thema «Miteinander Hoffnung leben» mit einem 24/7-Gebet in Winterthur erlebt. Das liebevoll mit vielen Impulsen eingerichtete neue Gebetshaus an zentraler Lage neben dem Hauptbahnhof lud ein, hoffnungsvoll und intensiv für die Stadt zu beten. Der Dienstagnachmittag stand im Zeichen des Leitergebetes in der Stiftung Schleife. Nationale und internationale Verantwortliche von Gemeinden und Werken der Stadt kamen für zwei Stunden zusammen, um Gott anzubeten, ihn zu ehren und seine Hoffnung für die Stadt und darüber hinaus zu verkünden. Dem Gebet folgten ein stärkendes gemeinsames Abendessen und gute Gemeinschaft. Als Krönung des Tages wurde ein Gottesdienst mit Allianzfokus gefeiert, begleitet von Musik, welche die Herzen berührte.

Musikalisch ging es auch in der reformierten Kirche in Rüti zu und her. Ein grosses Orchester mit über 30 Mitwirkenden aus verschiedenen Kirchen machte den dortigen Allianzgottesdienst zu einem einzigartigen Erlebnis.

Thuner Expo-Halle gefüllt mit Leben

In Thun wiederum strömten 1500 Besucherinnen und Besucher in die Expo-Halle, um dort zum Thema «HOPE – Hoffnungsträger mit Akzent» gemeinsam Hoffnung zu leben. «Es war ein toller, hoffnungsvoller Allianz-Gottesdienst. Beeindruckt hat mich, wie gut alle Beteiligten miteinander und füreinander gearbeitet haben und wie friedlich die Atmosphäre in der Halle war», sagt Timo Schuster aus dem Programmteam rückblickend. So ist er zuversichtlich, dass die Teilnehmenden nicht nur Worte, sondern auch die «himmlische» Atmosphäre, Eindrücke und Begegnungen mitgenommen haben.

Auch die Reformierte Kirche Oberdiessbach war am Sonntag, den 19. Januar, gut besucht. Jaël Binggeli, Jugendbeauftragte der SEA, hielt die Predigt passend zum Thema und ermutigte die Besucher des Allianzgottesdienstes, «nie aufzuhören zu hoffen». Im Anschluss fand ein gemütlicher Brunch im nahegelegenen Kirchgemeindehaus statt. Die Atmosphäre war sehr familiär und herzlich, und man spürte, dass hier ein lebendiges Miteinander gelebt wird.

Religiöser Machtmissbrauch kann überall lauern

10. Dezember 2024 by

«Jede und jeder steht in der Versuchung des religiösen Machtmissbrauchs», sagte der Arzt und Psychotherapeut Wolfram Soldan an der ersten Impuls- und Rechenschaftskonferenz des Netzwerks «Gemeinsam gegen Grenzverletzung». Sie bot viel Diskussionsstoff über diese besonders verworrene Form von Machtmissbrauch sowie Zeit für die Unterzeichner-Organisationen der Charta, einander Rechenschaft zu geben.

 

Religiöser Machtmissbrauch zeichnet sich dadurch aus, dass religiöse Thematiken und Praktiken genutzt werden, um eine Person zu beeinflussen, wobei ihre persönlichen Grenzen missachtet werden. Die Person wird also zu etwas gedrängt, was sie von sich aus nicht tun würde. Verschiedene Eigenheiten machen diese Form des Machtmissbrauchs gemäss Wolfram Soldan besonders schwer fass- und durchschaubar. Dazu gehört etwa, dass er oft unauffällig beginnt und schleichend zunimmt und dass Täter sich selbst keiner Schuld bewusst sind, sondern aus ehrenwerten Motiven zu handeln glauben. Oft sei religiöser Machtmissbrauch denn auch nicht klar von geistlicher Vollmacht zu trennen.

 

Wolfram Soldan sieht vor allem dort eine Gefahr, wo Menschen einerseits vom Glauben begeistert sind und Gott sehr ernst nehmen, andererseits aber in ihrer Persönlichkeit unreif bleiben. Wichtig sei daher eine ganzheitliche Entwicklung von Glauben und Persönlichkeit. Er spielt auf die Frage der Identität an: «Nur wenn ein Mensch radikal aus der Freude seiner Identität in Christus lebt, wird Macht zweitrangig.» Ein Symptom einer ungesunden Entwicklung könne deshalb sein, dass die Gottesbeziehung leistungsorientiert ist und keine Zeit dafür investiert wird, die allein dieser Beziehung dient.

 

Sich der eigenen Neigung bewusst sein

Soldan erkennt die Sünde der Heuchelei als Hauptmotiv für religiösen Machtmissbrauch. Sie kommt in der Bibel besonders oft bei den Pharisäern zum Ausdruck. Man will durch «fromme Schauspielerei» (Übersetzung von Heuchelei durch Roland Werner in «Das Buch») einen anderen Eindruck von sich erwecken, als es der Realität entspricht. Weil dies in abgeschwächter Form jeden Menschen betrifft, ist es in den Augen von Wolfram Soldan wichtig, in den Gemeinden und Organisationen eine Kultur des Bewusstseins dafür zu pflegen. «Das Bewusstsein der eigenen Gefährdung ist der Schlüssel für einen heilvollen Umgang mit religiösem Machtmissbrauch.»

 

Voneinander lernen

Für die Verantwortlichen von Verbänden, Kirchen und Organisationen, welche die Charta von «Gemeinsam gegen Grenzverletzung» unterzeichnet haben, umfasst das Netzwerktreffen auch einen Rechenschaftsteil. Die Leitenden rapportieren einander in gleichbleibenden Dreiergruppen, inwiefern sie die Ziele der Charta im eigenen Verband bereits umgesetzt haben und welche Ziele sie bis zur nächsten Konferenz in zwei Jahren verfolgen, um vorhandene Lücken in der Prävention zu schliessen.

 

Workshops und Kurzreferate boten diverse Einblicke in die aktuelle Praxis und die Gelegenheit, voneinander zu lernen. So berichtete beispielsweise Beat Ungricht von der Einführung und Anwendung eines Schutzkonzepts im Verband der Viva Kirchen. Natascha Bertschinger motivierte aus ihrer Erfahrung bei der EMK zur Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit. «Schon aus einfachen Studien lässt sich viel herauslesen und ableiten. Es ist auch ein wichtiges Zeichen nach aussen, dass wir uns unserer Schuld bewusst sind und unsere Verantwortung wahrnehmen.» Andi Bachmann-Roth, der Co-Generalsekretär der SEA, stellte die neuen Unterzeichner des Netzwerks vor. «Gemeinsam gegen Grenzverletzung» wächst schnell und umfasst bereits über 60 Fach- und Kirchenverbände, Kirchen und Organisationen.

 

Schliesslich berichtete Michael Mutzner als wissenschaftlicher Mitarbeiter von «Christian Public Affairs» von aktuellen politischen Vorstössen im eidgenössischen Parlament als Folge der bekannt gewordenen Missbrauchsfälle in Kirchen. Ihre Annahme und Umsetzung hätte auch Folgen für Mitglieder des Netzwerks, etwa eine Pflicht, Schutzkonzepte zur Missbrauchsprävention einzuführen. Michael Mutzner schätzte die Vorstösse grundsätzlich als gut ein, warnte aber auch vor der Gefahr einer Überregulierung. Umso wichtiger ist es, dass die betreffenden Organisationen selbst aktiv werden, bevor ein Zwang dazu kommt.

«Wir lassen uns stören»

9. Dezember 2024 by

Am Leiterinnen- und Leiterforum 2024 standen Barmherzigkeit und Gerechtigkeit als integraler Bestandteil von Gottes Mission im Zentrum. Wie können die Kirchen und Organisationen im Netzwerk der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA und des Dachverbands Freikirchen.ch mit ihren unterschiedlichen Schwerpunkten den Dienst an der Gesellschaft noch stärker als gemeinsame Aufgabe wahrnehmen?

 

Der Gründer der Heilsarmee, William Booth, schockte 1910 an einer Weihnachtsfeier in London die Teilnehmenden. Statt der Einladung zu folgen, sandte er ein Telegramm. Darauf stand ein Wort: «Others» (andere). Das wurde der Heilsarmee zum Vermächtnis. Gerechtigkeit muss den Blick auf andere haben; Barmherzigkeit will den andern im Blick haben. «Haben wir diesen Blickwinkel?», fragte Daniel Imboden, CEO Stiftung Heilsarmee Schweiz, in seinem Grundsatzreferat. Ein Punkt fasste das Thema treffend zusammen: «Wir lassen uns stören. Die Heilsarmee schafft einen Platz für Menschen, die sonst stören.» Das war schon bei William Booth der Fall, denn die von ihm eingeladenen Menschen haben in der Kirche wegen ihrer Ausdünstung gestört. Daher startete Booth selber einen Gottesdienst. Daniel Imboden ermutigte dazu, dass wir uns auch heute nicht abweisen oder zurückdrängen lassen von dem, was stört: «Störungen haben Platz und sind auch Chancen.»

 

Es geht nur im Miteinander

Rund 100 Schlüsselpersonen aus Kirchen, christlichen Verbänden, theologischen Schulen, sozialen Werken und Organisationen nutzten das Leiterinnen- und Leiterforum im Ländli in Oberägeri, um 24 Stunden in vertrauensvolle Beziehungen zu investieren. Die Ausgangslage war klar: Barmherzigkeit und Gerechtigkeit als integraler Bestandteil der Mission stärken. Der Dienst an der Gesellschaft soll zur gemeinsamen Aufgabe werden. Sich den Ärmsten und Ausgegrenzten zuwenden und für die Veränderung von ungerechten gesellschaftlichen Strukturen einsetzen. Die Schlüsselpersonen engagieren sich bereits im In- und Ausland mit viel Leidenschaft in sozialen Institutionen, Schulen, Kliniken und in der Entwicklungszusammenarbeit. Dieses Engagement soll noch mehr verbunden werden: Es geht nur im Miteinander. Niemand ist so reich, dass er nicht etwas nötig hätte. Niemand ist so arm, dass er nichts zu geben hätte. Wir brauchen Ergänzung, wir alle haben etwas zu geben.

 

Thema praktisch umgesetzt

Das Thema Barmherzigkeit und Gerechtigkeit blieb am Forum nicht nur Theorie. Mit verschiedenen Aktionen wurden Akzente gesetzt. So mit einem «Weltessen», wo es verschiedene «Menüs» gab: für die Armen einen Eintopf, für die mittleren Einkommen einen Drei-Gänger und für die Reichen einen Fünf-Gänger. Damit wurden alle spielerisch für die Besitzverhältnisse auf der Welt sensibilisiert. Dann versuchte die Schauspielerin Babs Stähli, die Gäste zum Thema Barmherzigkeit hinters Licht zu führen. Sie hatte gleich beim Eingang als Bettlerin verkleidet auf einem Bänkli geschlafen und gefroren. Viele sind weitergegangen oder haben sie nicht gesehen. Sie hat aber auch Tee oder Einladungen zum Begleiten erhalten. Schliesslich konnten die Teilnehmenden auf einem «Emmausweg» jeweils zu zweit unterwegs sein, um das Herz und die Gedanken zu einem Schriftwort aus Matthäus 25 zu teilen.

 

(Markus Baumgartner)

Eindrücke vom Leiterinnen- und Leiterforum

«Ermutigung pur» für 55+

24. Oktober 2024 by

Die Arbeitsgemeinschaft «Perspektive 3D – Das dritte Drittel des Lebens mündig und glaubensstark gestalten» der Schweizerischen Evangelischen Allianz lud zum ersten Bewegungstag nach Winterthur. Es kamen rund 250 Personen, die sich mit ihrem eigenen Älterwerden und der Rolle der Kirche auseinandersetzen wollten. «Ermutigung pur» sei das gewesen, sagte einer der Teilnehmenden. Und jemand anderes: «Wenn das so ist, dann werde ich gerne alt.»

 

Die Referierenden forderten die Teilnehmenden mit markigen Sätzen heraus, die Chancen des Alters zu entdecken: «Die Generation der 55- bis 75-Jährigen hat eine Berufung.» – «Die Herbstzeit des Alters ist Pflanzzeit.» –«Seniorenarbeiten sind Bildungs- und Einübungsorte von Weisheit, von Hoffnung und des Ja.» Zehn starke Workshops vertieften die Gedanken des Plenums.

Videos und Dokumente der Hauptreferate sowie Unterlagen und Folien zu den Workshops werden laufend auf der Webseite Perspektive 3D aufgeschaltet.

Eindrücke vom Bewegungstag

Ich. brauche. dich. – Die drei wichtigsten Worte für unser Miteinander als Kirche

8. Oktober 2024 by

Die Delegation der SEA in Seoul (v.l.): Andi Bachmann-Roth, Jaël Binggeli, Beat Ungricht, Viviane Krucker-Baud, Egzon Shala

Ein persönlicher Erfahrungsbericht von Andi Bachmann-Roth

 

Vom 22. bis 28. September 2024 fand in Seoul, Südkorea, die vierte Weltkonferenz des Lausanne Movements unter dem Motto: «Let the church display and declare christ together» statt. Es war für mich ein grosses Privileg, an diesem Miteinander teilzuhaben. Ich teile hier Erfahrungen, die ich in der Weiterentwicklung meiner Arbeit bei der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA umsetzen kann.

 

«We displayed christ together»

Das Bewegendste war für mich die Erfahrung der Schönheit und Vielfalt der Kirche, denn es waren Personen aus über 220 Ländern anwesend. Impulse kamen von Alten und Jungen, aus allen Kontinenten, Frauen wie Männern, Charismatikern und Baptisten. Die Vielfalt von Gottes Ökosystem wurde aber nicht nur auf der Bühne gelebt. Im Plenum sassen wir an bunt gemischten Tischen, wo wir viel Zeit in Gesprächen und im Gebet verbrachten. Das Lausanne Movement hatte den Mut, alle Stimmen einfliessen zu lassen: «We displayed christ together» (Wir haben Christus gemeinsam verkörpert). Die Kirche könne und dürfe es sich nicht mehr leisten, grosse Teile des Leibes nicht zu integrieren, betonte der Leiter des Lausanne Movement, Dr. Michael Oh. Das grösste Problem für unsere mangelnde Effizienz in der Mission sind unser Silodenken und unsere mangelnde Kooperation. Wenn aber die Kirche zusammenfindet, gerade auch mit Christen aus verschiedenen Gesellschaftsbereichen, wird sie zu einem wunderschönen Abbild des Evangeliums. Dann wird für die Menschen sichtbar, dass Gott wirklich am Wirken ist. «I don’t need you» (1. Korinther 12,21) seien die vier gefährlichsten Worte für unser Miteinander, sagte Oh. Vielleicht hört ihr von mir künftig öfters: «Ich brauche dich». Ich meine das nicht vereinnahmend oder manipulierend, sondern drücke damit aus, dass ich ergänzungsbedürftig bin. Nur mit den anderen werde ich für die grosse Mission bereit sein, die Gott uns gemeinsam anvertraut hat.

 

Befähige deine Mitmenschen

Jeder Morgen startete mit einer Auslegung eines Textes aus der Apostelgeschichte. Patrick Fung sprach über die Kraft der ungenannten, namenlosen Christen, die das Evangelium in der jungen Kirche verbreiteten. «Ihre Namen wurden vergessen, aber Christus wird sich erinnern», sagte Fung. Mission wird dann gelingen, wenn es die Kirche schafft, alle dafür zu befähigen. Dass ich in der Nachfolge Christi wachsen durfte, hat viel damit zu tun, dass ich als normaler 15-jähriger Jugendlicher von meinen Jungscharleitern gesehen und befähigt wurde. So ist es auch mir schon länger ein Anliegen, in die Menschen zu investieren, die vielleicht nicht auffällig sind, aber trotzdem unglaubliches Potenzial haben.

 

Das Älterwerden hoffnungsvoll prägen

Am Nachmittag arbeiteten wir intensiv an Themen, die in der Vorbereitung als besonders relevant für die Mission identifiziert wurden. Hier ging es nicht darum, auf ein bereits fertiges Konzept einige Feedbacks zu geben, sondern darum, gemeinsam von Grund auf Lösungen zu entwickeln.

Ich habe mich mit dem Thema «Global aging» (Globale Alterung) auseinandergesetzt. Mit Leitenden aus Japan (wo die Alterung der Gesellschaft am weitesten fortgeschritten ist), den USA, dem Libanon und den Philippinen entwickelte ich Analysen und Strategien, wie die Kirchen gut auf diese Herausforderung reagieren können. Dieser Austausch war etwas vom lehrreichsten der ganzen Konferenz. Somit konnte ich viele nützliche Informationen für unsere Arbeitsgemeinschaft «Perspektive 3D» mitnehmen, die ich in der Schweiz umsetzen möchte.

 

Verbundenheit durch Christus

In Pausen oder beim Mittagessen kam ich mit den unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch. Hier verbrachten wir viel Zeit und standen zusammen im Gebet ein. Daraus entstanden Freundschaften, welche die Konferenz überdauern werden. Die Verbundenheit, die ich dabei erlebte, war bemerkenswert. Wir sind durch unseren Glauben und eine gemeinsame Mission auf wunderbare Weise miteinander verknüpft.

Ein persönliches Statement von Viviane Krucker-Baud

Unter dem Motto «Lass die Kirche zusammen Christus verkünden und zeigen» wurde immer wieder betont, wie wichtig es ist, im Leib Christi zusammenzuarbeiten und gemeinsam an der Mission Gottes zu arbeiten. Es kam auch stark zum Ausdruck, als jeder für sich am Schluss der Konferenz das «Collaboration Statement» unterschrieben hat. In der Schweiz arbeiten wir schon gut miteinander, aber wir möchten das noch verstärken und uns noch mehr eins machen. Etwas, das für mich persönlich stark wurde, ist das Gebet. Gemeinsam im Gebet um Gottes Wirken ringen. Hier ist uns die koreanische Kirche ein grosses Vorbild.

 

Eindrücke des Lausanner Kongresses in Seoul

«Höre, Gott, wenn wir zu dir um Hilfe rufen» 

3. Oktober 2024 by

Ein Jahr nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel ist die Situation im Nahen Osten am Eskalieren. Das aktuelle Ausmass an Gewaltbereitschaft, Hass und Vergeltungsdrang unter den involvierten Parteien stimmt rat- und hilflos. Zu dieser Ohnmacht trägt auch die Komplexität des seit Jahrzehnten immer wieder aufflammenden Konfliktes bei. Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA ruft einmal mehr zum Gebet auf.  

«Ich aber sage: Herr, du bist mein Gott! Höre mich, wenn ich zu dir um Hilfe rufe! Herr, mein Gott, schon oft warst du meine Rettung. Als der Kampf um mich tobte, hast du mich beschützt.»  
Psalm 140,7-8 

 

Angesichts der scheinbar endlos drehenden Gewaltspiralen im Nahen Osten – wie auch anderen Weltgegenden – mit unabsehbaren Folgen weit darüber hinaus wollen wir es König David gleichtun und in unserer Ohnmacht Gott um Hilfe rufen. Wir wollen in Verbundenheit mit den Glaubensgeschwistern in den betroffenen Ländern vor Gott flehen und bitten, dass er Frieden und Gerechtigkeit bringen und sich allen unter kriegerischen Auseinandersetzungen leidenden Menschen erbarmen möge. Sich wie David an Gottes Rettung und Schutz in der Vergangenheit zu erinnern, kann auch heute ermutigen, im Gebet dafür nicht nachzulassen. Wenn uns dazu die Worte fehlen, bieten sich verschiedene weitere Psalm-Verse an, in bereits jahrhundertealte Gebete einzustimmen.  

«Bittet Gott um seinen Segen für die Menschen, die euch Böses tun, und betet für alle, die euch beleidigen.»  
Lukas 6,28 

 

Die Lehre von Jesus über Gottes Reich steht im Kontrast zur allzu menschlichen Logik des «So, wie du mir, so ich dir». Wir wollen alle in Kriege involvierten und davon betroffenen Menschen ins Gebet einschliessen – ob wir ihre Standpunkte teilen und ihr Verhalten gutheissen oder nicht. 

«Abner rief zu Joab hinüber: ‹Wie lange soll das Schwert noch morden? Denkst du nicht daran, dass dieser Krieg nur Leid und Hass mit sich bringt? Befiehl deinen Leuten endlich, uns, ihre Brüder, nicht weiter zu verfolgen!› Joab erwiderte: ‹Ich schwöre dir, so wahr Gott lebt: Hättest du das nicht gesagt, dann hätten meine Leute euch noch die ganze Nacht gejagt.› Er blies das Horn, und seine Soldaten machten Halt; sie gaben die Verfolgung der Israeliten auf und stellten den Kampf ein. Noch in derselben Nacht traten Abner und seine Truppen den Rückzug an.» 
2. Samuel 2,26-29a 

 

Die beiden Heerführer von Israel und Juda, Abner und Joab, sind im Krieg gegeneinander zur Einsicht gelangt, dass die Gewalt nur zu Leid und Hass führt. So wollen wir beten, dass auch in aktuellen gewaltsamen Konflikten diese Einsicht sich durchsetzt und den Weg zum Frieden ermöglicht. 

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