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News

«Die Gemeinde lieben – über alle Nationen hinweg»

30. November 2020 by

Das Moderationsteam mit Katrin Abdi und Egzon Shala führten durch die Konferenz.

Unsere Gesellschaft verändert sich sehr schnell. Sie setzt sich auch in der Schweiz aus immer mehr Nationen und Kulturen zusammen. Fast 40 Prozent der Menschen hier haben einen Migrationshintergrund. Egzon Shala, Moderator der Schulungskonferenz «together20» der SEA-Arbeitsgemeinschaft interkulturell fragte einleitend: «Wie kann die Kirche in einer solchen Gesellschaft relevant sein?»

 

Die Bibel spricht an vielen Stellen davon, dass Gott einmal aus allen Nationen angebetet und verehrt werde. Kaji, ein junger Secondo und Pastor der Airport Church, ist überzeugt: «Es geht heute darum, Brücken zu bauen zwischen verschiedenen Menschen und Kulturen in der Kirche. Dazu müssen wir bereit sein, zu lernen und Gott zu vertrauen.» Dies seien zentrale Aufgaben im interkulturellen Gemeindebau.

 

Die Gemeinde – der beste Ort für Integration
Yassir Eric, ursprünglich aus dem Nordsudan aus einer islamischen Familie stammend, war der Hauptreferent von «together20». Er lebt seit vielen Jahren in Deutschland. «Jesus Christus ist mir begegnet und hat mir 1990 eine neue Perspektive gegeben.» Nachdem Eric jahrelang, von Angst geprägt, nach Gott gesucht hatte, habe Gott ihn gefunden. «Ich habe es dann nur geschafft, hier in Europa Fuss zu fassen, weil Menschen mich begleitet haben. Deshalb möchte ich durch mein Engagement etwas zurückgeben.»

 

Wir alle würden von einem Gott kommen und seien aus einem Menschen geschaffen. Unser gemeinsamer Familienname sei «Adam». Und wir alle seien im Ebenbild Gottes und zur Gemeinschaft geschaffen. «Gleichzeitig sind den Völkern gemäss der Bibel bestimmte Zeiten und Grenzen festgesetzt», sagte Eric weiter. «Es geht heute darum, diese Zeiten zu deuten! Was ist heute wichtig?» Gott sei nicht nur jener, der die Grenzen festlegt, er sei es auch, der Grenzen verschiebt. «Gott bewegt Menschen. Gott hat einen Plan mit jedem Menschen. Wir sind in Jesus Christus vereint über alle Sprachen und Nationen hinweg.»

 

Es reiche nicht, wenn wir einige Migrationsexperten hätten. «Es geht uns alle etwas an. Wir brauchen zuallererst Menschen, die Jesus Christus lieben. Denn wer Jesus liebt, liebt auch seinen Leib, seine Gemeinde über alle Nationen hinweg.» Lieben heisse auch sich zu verändern, und das gelte für Migrantinnen und Migranten wie auch für Schweizerinnen und Schweizer. Eric sprach von Gutem in allen Kulturen, das man behalten soll, Neutralem, das man auch behalten kann und Negativem, das man aufgeben soll. Gemeinde soll Familie sein; insbesondere für Migranten, die oft allein sind, sei dies zentral. Integration bedeute, jemanden zu haben, der einem Orientierung gibt und mit dem man gemeinsam das Beste in jeder Kultur suchen könne.

 

«Die Schweizer Gesellschaft ist keine homogene Gesellschaft. Und die Gemeinde ist der beste Ort, wo Integration geschehen kann. Immer geht es hier darum, die biblische Ethik in allen Kulturen zu finden und zu leben», schloss Yassir Eric sein Referat.

 

Austausch auf regionaler Ebene kann weitergehen
Anschliessend nahm Egzon Shala, der die SEA-Arbeitsgemeinschaft interkulturell koordiniert, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung an verschiedene Orte mit und liess sie in spannenden Gesprächen interkulturellen Gemeindebau erleben. Die Pastoren Boris Eichenberger (Vineyard) und Tedros Kidane (Eritreische Gemeinde) aus Aarau erzählten zum Beispiel, wie sie Kirche mit allen Kulturen in der lokalen Allianz leben. Die beiden sehen sich als eine Kirche in aktuell diversen Gruppen. «Mein Herzenswunsch ist es jedoch, dass wir einmal nur noch in einer Gruppe zusammenkommen», sagte Boris Eichenberger abschliessend zu den beiden Gemeinden. Zentrales verbindendes Element der vergangenen Jahre war die Freundschaft und Verbundenheit der beiden Pastoren.

 

Der Vormittag wurde nach jedem Teil mit vertiefenden Fragen unterbrochen, welche in regionalen Kleingruppen besprochen und diskutiert werden konnten. Dies kann auch weiterhin geschehen, die Konferenz steht nun online in den Sprachen Deutsch, Französisch und Englisch zur Verfügung: www.together20.ch

 

Bereits weitere Konferenz geplant
Die Premiere der Schulungs-Konferenz «together20» wurde auf YouTube von rund 300 Zuschauerinnen und Zuschauern live verfolgt. Und über das Wochenende stieg die Zahl der Aufrufe auf 950 an. Erste Echos unterstreichen die Begeisterung und das grosse Interesse: «Die Konferenz ist wirklich sehr gelungen, sehr inspirierend und abwechslungsreich! Ein Kompliment an alle Beteiligten!» «Unser Gemeindeleiter möchte mit mir über die Fragen reden und dann in der Gemeindeleitung besprechen.» «Wir wollen together20 später mit einem Team aus der Gemeinde schauen und uns darüber austauschen, wie wir besser interkulturell unterwegs sein könnten.»

 

Die Verantwortlichen von «together20» rechnen damit, dass der interkulturelle Prozess in den Schweizer Kirchen erst am Anfang steht. Sie wollen ihn in den nächsten Jahren weiter fördern und planen bereits «together21» in Biel.

 

Together20 ist eine inspirierende Online-Schulung für Leitende, Mitarbeitende und Gemeindeteams, die sich fragen: Wie kann interkultureller Gemeindebau auch bei uns gelingen? Wie können wir gemeinsam Kirche für die Zukunft bauen? Best Practice: Interkultureller Gemeindebau – verschiedene Beispiele aus der Schweiz, Folien mit Anregungen zum lokalen Austausch (in Gruppen), Bildungsmöglichkeiten zum Thema und für Migranten, Statements von Gemeinden zu ihrer interkulturellen Erfahrung.

«Damit wir die Menschen nicht allein lassen»

16. November 2020 by

Wie können Kirchen Beziehungen fördern? Welche Rolle spielen Fachorganisationen dabei? Wie können Eltern ihre Kinder im Glauben stärken? Gerade in der aktuellen Pandemie werden Ehen, Familien und Freundschaften auf die Probe gestellt. Im Online-Forum Ehe+Familie mit dem Titel «Gemeinsam für starke Ehen und Familien» wurde diskutiert, wie Kirchen mit eigenen Angeboten und mit Fachorganisationen Menschen in ihren Beziehungen unterstützen können. SEA-Generalsekretär Marc Jost moderierte durch die Referate und das Podium.

 

Zum Einstieg ermöglichte Susanna Aerne, Bildungsleiterin beim Schweizerischen Weissen Kreuz, einen Einblick in die Angebote und Kompetenzen einer Fachorganisation, vor allem in Bezug auf die Zusammenarbeit mit Kirchen: «Jede Kirchgemeinde braucht regelmässige Ehe-Seminare und muss über Sexualität sprechen können, damit wir die Menschen nicht allein lassen.» Christa Gasser von der Vineyard Bern ermutigte dazu, die Angebote der Kirche auch zu nutzen. An einem Beispiel erläuterte sie, dass das Annehmen von Hilfe und Unterstützung in Familien- und Ehefragen eine Normalität werden müsse: «Auch in diesen Dingen ist noch nie ein Meister vom Himmel gefallen.» Als Verantwortliche im Bereich Ehe und Familie in der eigenen Gemeinde könne man dazu beitragen, eine solche Atmosphäre der Normalität mitzugestalten.

 

Das Forum Ehe+Familie, eine Arbeitsgemeinschaft der Schweizerischen Evangelischen Allianz, nimmt seinen Auftrag der Vernetzung wahr, indem es eine Möglichkeit des persönlichen Austauschs zwischen Fachorganisationen und Kirchen schafft. Es existiere von beiden Seiten eine grosse Offenheit zur Zusammenarbeit, hielt Marc Bareth, Leiter von FAMILYLIFE bei Campus für Christus, fest.

 

Orange – statt rot und gelb – denken

Wie Eltern ihre Kinder im Glauben stärken können, veranschaulichte Hans Forrer von «Orange leben» mit dem Bild, das dieser Organisation den Namen gegeben hat: Die Gemeinde als Licht der Welt «gelb» und die Liebe der Familie «rot» wollen das Kind im Glauben unterstützen. Oftmals jedoch findet zwischen der Familie und der Kirche kein Dialog statt, obwohl sie dasselbe Ziel vor Augen haben. Hans Forrer nimmt so eine Brückenfunktion zwischen beiden Beteiligten ein.

 

Die Eltern sollten nicht zur Gemeinde gehen und ihr die Glaubensvermittlung überlassen müssen. Die Kirche müsse zu den Eltern gehen und sie befähigen, die Kinder im Alltag im Glauben zu stärken. Denn was Zuhause geschehe, werde die Kinder viel stärker prägen, als was sie in der Gemeinde lernen. Dazu reichten oft schon kleine Dinge, die dem Kind den praktischen Glauben nachhaltig einprägen – zum Beispiel das regelmässige Segnen, bevor der Schultag beginnt.

 

Im Talk wurde das Zusammenspiel von Eltern und Gemeinden im Auftrag, das Kind im Glauben zu festigen, wieder aufgenommen. Dazu sagte Christa Gasser: «Glaubensvermittlung ist Lebensvermittlung!» Es sei schliesslich nicht einfach ein Auswendiglernen des ABCs; der Glaube müsse Zuhause gelebt werden, damit er konkret werde. Darauf erzählte Peter Schneeberger, Präsident des Freikirchenverbands, aus seiner eigenen Erfahrung, dass die Distanz zwischen Eltern und Gemeinde nicht immer so gross sein müsse. Es helfe, wenn sich die Kinder, wie ihre Eltern, aktiv in der Kirche engagieren und mitarbeiten.

 

Abschliessend konnten Tipps für Eltern ausgetauscht werden, wie in Zeiten von Corona Zuhause Glaube gelebt werden kann. Hans Forrer betonte, dass ein Angebot der Kirche sein könne, eine Plattform zu sein, um einen Austausch unter Eltern zu ermöglichen. So könnten sie individuell wählen, was sie in ihrer eigenen Familie praktizieren wollen.

 

Das nächste Forum findet am Freitag, 12. März 2021 statt. Das Thema lautet voraussichtlich: «Stress lass nach – Familien entlasten».

Kirchliche Veranstaltungen mit höchstens 50 Personen möglich

29. Oktober 2020 by

Der Bundesrat hat neue Einschränkungen im öffentlichen und privaten Leben angeordnet, um die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus zu senken. Die Maximalzahl von 50 Personen bei Veranstaltungen und das Verbot für Laienchöre betreffen auch die Kirchen direkt. Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA ermutigt zu einem chancen- und hoffnungsorientierten Umgang mit dieser mit vielen Unsicherheiten behafteten und berechtigterweise unterschiedlich interpretierten Situation.

 

Die neusten, vorerst unbefristet geltenden Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie sind einschneidend und schmerzhaft – auch für das kirchliche Leben. So sind Veranstaltungen noch mit maximal 50 Personen gestattet. Die Kantone können diese Obergrenze jedoch tiefer ansetzen, wie es aktuell in Bern (15), Wallis (10) sowie Schwyz und Solothurn (30 Personen) der Fall ist. Da sich dies jedoch laufend ändern kann, lohnt sich ein Blick auf die jeweiligen kantonalen Bestimmungen.

 

Proben von Laienchören sind generell untersagt. Dieses Verbot beinhaltet auch den Gemeindegesang. Davon nicht betroffen sind Musikbands und Kirchenmusiker, die mit Masken proben und im Gottesdienst auf der Bühne auch ohne Maske auftreten dürfen. Die grundsätzlich bereits in allen öffentlich zugänglichen Innenräumen geltende Maskenpflicht wird auf die Aussenbereiche von Veranstaltungsorten ausgeweitet. Am Arbeitsplatz muss ebenfalls eine Maske getragen werden, sofern der Abstand zwischen den Arbeitsplätzen nicht eingehalten werden kann.

 

Trotz aller Herausforderungen, die diese neuerlichen Einschränkungen im Gestalten und Leben von Kirche bedeuten, gibt es Wege und Mittel, wie sie sowohl für ihre Mitglieder als auch für ihr Umfeld da sein kann. Dies hat nicht zuletzt der von der Schweizerischen Evangelischen Allianz und dem Dachverband Freikirchen.ch kürzlich online durchgeführte «Thinktank Kirche und Corona» gezeigt. Die dort geäusserten Überlegungen und Ideen machen Mut, im Rahmen der aktuellen Möglichkeiten Neues auszuprobieren. Einige Beispiele: eine gute Balance zwischen digitalen Angeboten und physischer Präsenz finden; Raum schaffen zum Klagen und Trauern, zum Aussprechen von Ängsten, zum Innehalten; vermehrt in Kleingruppen feiern; kirchenintern eine offene Diskussion über die Zukunft führen; in die Sprachfähigkeit der Mitglieder investieren; den Glauben als tragende Kraft lokal sicht- und erlebbar machen.

 

Unterschiedliche Meinungen – gemeinsames Ziel

Die SEA erachtet das Vorgehen der Behörden nicht als unzulässige Beschneidung der Religionsfreiheit. Sie anerkennt das Bemühen der Regierung um einen Weg, der das alltägliche Leben so wenig wie nötig einschränkt und doch eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindert.

 

Es gilt in dieser Pandemie demütig einzugestehen, dass wir keine Gewissheiten haben. So ist es auch verständlich, dass es sehr viele verschiedene Beurteilungen der gegenwärtigen Situation gibt. Gerade deshalb ist die SEA überzeugt: Die Krise kann eine Chance sein, wenn Christinnen und Christen den Blick statt auf Differenzen auf die gemeinsame Mitte – das Evangelium von Jesus Christus – richten, um gemeinsam in der Gesellschaft Zeichen der Hoffnung zu setzen.

Download
Grafische Übersicht der Massnahmen ab 29.10.20
Aktuelle COVID-19-Verordnung (28.10.20)

 

Mehr zum Thema
Corona-Dossier

 

Wie können Kirchen Teil der Lösung sein?

28. Oktober 2020 by

In der Schweiz wurden bis jetzt über 435’000 Medienbeiträge zum Thema Corona veröffentlicht. Es ist offensichtlich, dass dieses Thema die Gesellschaft stark beschäftigt. Auch die Kirchen finden sich in einer neuen, einzigartigen und unerwarteten Situation wieder. Am Thinktank «Kirche und Corona» ging es darum, die gegenwärtige Situation zu reflektieren sowie Lösungsansätze zu identifizieren. Dazu dienten spannende Referate sowie anregende Austauschrunden in Gruppen.

 

Corona fordert die Kirchen heraus, sich zu fragen, wo ihre blinden Flecken sind, die sie nicht wahrhaben wollen: sogenannte schwarze Elefanten, die – wie eine Pandemie – nicht unerwartet kommen, uns dann aber doch überrumpeln. Nach diesem einleitenden «Weckruf» beleuchtete der selbständige Berater Dr. Andreas Walker die verschiedenen Megatrends, welche die heutige Gesellschaft prägen und unser Denken und Handeln beeinflussen. Dazu gehören beispielweise die Digitalisierung, die Überalterung der Gesellschaft, die Komplexität der Welt und die Positionierung der Gesundheit als höchster Wert in der Gesellschaft. Zentral sei es, sich in dieser Zeit der Veränderung mit der Bedeutung von Hoffnung auseinanderzusetzen und sich bewusst für eine Haltung der Hoffnung zu entscheiden, statt sich von Emotionen, insbesondere Angst, leiten zu lassen.

Prof. Dr. Stefan Schweyer von der STH Basel machte darauf aufmerksam, dass Jesus Christus die Mitte der Kirche ist – und nicht Corona. Alles um diese Mitte kann sich verändern, doch die Botschaft des Evangeliums bleibt das Zentrum. In einer Zeit, in der gelte «keine Wirtschaft ohne gesunde Menschen und keine gesunden Menschen ohne Wirtschaft», könnte es zur Aufgabe der Kirche gehören, die vorherrschenden Maximen «Hauptsache reich» und «Hauptsache gesund» zu entlarven.

 

Innovation statt Reaktion

Prof. Dr. Thomas Schlag von der Universität Zürich stellte in einem zweiten Teil die CONTOC-Studie («churches online in times of corona») vor, an der 6500 Pfarrpersonen und Seelsorgende aus über 20 Ländern – darunter der Schweiz – im letzten Sommer teilnahmen. Sie zeigt unter anderem, dass die digitale Präsenz nicht automatisch theologische Relevanz bedeutet. Zudem seien in der digitalen Zukunft eine Veränderung im Rollenverständnis sowie partizipative Kommunikationsformen notwendig, die Menschen individuell ansprechen.

Was bedeutet Corona für Mission und Evangelisation? Debora Alder-Gasser, leitende Mitarbeiterin der Vineyard Bern, sagte dazu: «Ich habe den Eindruck, dass wir uns in den Kirchen mehr damit beschäftigt haben, wie wir unseren Mitgliedern dienen können, als wie wir unseren Städten und Regionen dienen, Orte der Hoffnung schaffen und Menschen einladen können, die nie in eine Kirche gehen würden.» Die digitale Präsenz sei vielmehr eine Reaktion als eine Innovation. Innovation heisse, zukunftsgerichtet zu handeln, dem Auftrag der Kirche treu zu bleiben, statt an Methoden festzuhalten und sie zu verteidigen.

 

Zweite Welle – Zweite Chance

Schliesslich kann die zweite Welle für Kirchen eine zweite Chance sein, um während dieser Corona-Krise Teil der Lösung zu sein. Verunsicherung und divergierende Meinungen sollen nicht verhindern, sich an der Kernbotschaft des Evangeliums zu orientieren und wahre Hoffnung zu verbreiten. Digitale und analoge Wege können schliesslich ergänzend genutzt werden, um als Kirche lokal vor Ort präsent zu sein.

Weitere Informationen

Videoaufzeichnungen und Skripts der Kurzreferate

  • Gesellschaftliches und ethisches Umfeld von Corona – Thesen, die uns fordern, von Dr. Andreas Walker (weiterdenken.ch): Video und Skript
  • Theologische und kirchliche Analyse, von Prof. Dr. Stefan Schweyer (STH Basel): Video und Skript
  • Gelebte Kirche und pastorale Praxis in Zeiten von Corona – Erste Einblicke in die CONTOC-Studie (Churches Online in Times of Corona) und Fragehorizonte, von Prof. Dr. Thomas Schlag (Zentrum für Kirchenentwicklung): Video und Skript
  • Mission und Evangelisation in Zeiten von Corona – Debora Alder-Gasser (Vineyard Bern): Video und Skript

 

Medienmitteilung «Trotz Pandemie bleiben Kirchen hoffnungsorientiert»

Gottesdienste teilweise von kantonalen Veranstaltungsverboten betroffen

23. Oktober 2020 by

Aktuelle Mitteilung (Stand: 23.10.2020, 17.00h)

 

Mit den heute vom Kanton Bern beschlossenen, einschneidenden Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind ab sofort in einem der grössten Kantone auch grössere kirchliche Veranstaltungen wieder verboten. Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA empfiehlt den Kirchen und Gemeinden, sich auf weitere kantonale oder sogar schweizweite Einschränkungen dieser Art vorzubereiten.

 

Im Kanton Bern gilt ab heute Freitag ab Mitternacht ein Verbot von privaten und öffentlichen Veranstaltungen mit mehr als 15 Personen. Gotteshäuser dürfen geöffnet bleiben, aber auch dort gilt diese maximale Personenzahl. Beerdigungen sind mit einer grösseren Anzahl Personen möglich, jedoch nur mit Masken und der Registration der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Massnahmen gelten vorerst für vier Wochen.

 

Als erster Kanton hatte bereits das Wallis Veranstaltungen mit mehr als zehn Personen untersagt. Eine laufend aktualisierte Übersicht über die Massnahmen in den Kantonen bietet SRF Online. Es ist absehbar, dass bald flächendeckend wieder Einschränkungen oder Verbote für Veranstaltungen erlassen werden. Die SEA empfiehlt deshalb den Kirchen und Gemeinden unabhängig vom derzeitigen kantonalen «Flickenteppich» an Regeln, sich darauf vorzubereiten, erneut keine Präsenz-Gottesdienste mehr durchführen zu können.

 

Nach den für kommenden Mittwoch angekündigten Entscheiden des Bundesrats mit voraussichtlich landesweiten Einschränkungen – unter anderem für Veranstaltungen an öffentlich zugänglichen Orten – wird die SEA ausführlicher informieren.

 

Klar ist allerdings bereits, dass der am kommenden Dienstag, 27. Oktober, geplante Thinktank «Kirche und Corona» der SEA und des Verbands Freikirchen.ch nicht in Bern, sondern online stattfinden wird.

Weitere Informationen

Medienmitteilung des Kantons Bern

 

Ja zu mehr Konzernverantwortung – SEA unterstützt die Empfehlungen von StopArmut und AKU

21. Oktober 2020 by

Der Schutz der Armen und Schwachen – und damit zusammenhängend die Bewahrung der Schöpfung – zieht sich wie ein roter Faden durch die Bibel. Deshalb haben die beiden Arbeitsgemeinschaften Interaction/StopArmut und AKU der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA schön länger ihre Unterstützung für die Konzernverantwortungsinitiative bekanntgegeben. Die SEA bekräftigt im Hinblick auf die Abstimmung vom 29. November dieses Engagement.

 

Die Konzernverantwortungsinitiative verfolgt im Kern zwei Ziele: den Schutz der Menschenrechte und der Umwelt. Die meisten Unternehmen mit Sitz in der Schweiz nehmen ihre diesbezügliche Verantwortung wahr. Wenn aber einzelne von ihnen durch unverantwortliches Handeln im Ausland die Gesundheit von Menschen gefährden oder die Natur zerstören, missachten sie zentrale Prinzipien unseres Rechtsstaates und zugleich zentrale biblische Anliegen.

 

Gott ergreift in der Bibel immer wieder Partei für die Armen, Benachteiligten, Ausgestossenen und Unterdrückten – und fordert uns dazu auf, es ihm gleich zu tun. Jeder Mensch ist als Ebenbild Gottes ein Geschöpf mit Wert und Würde. Der Auftrag der Nächstenliebe geht zudem mit der Sorge für die gesamte Schöpfung einher, denn: ohne intakte Umwelt kein menschenwürdiges Leben. Die dem Menschen in der Bibel anvertraute «Herrschaft» über die Schöpfung bedeutet nach alttestamentlichem Verständnis «im Dienst (der Schöpfung) stehen» und bringt die Verantwortung mit sich, Leben zu ermöglichen und Gerechtigkeit zu fördern.

 

Vor diesem Hintergrund setzt sich die SEA durch ihre Arbeitsgemeinschaften StopArmut und AKU für die Konzernverantwortungsinitiative ein. Matthieu Dobler Paganoni, Geschäftsleiter Interaction/StopArmut, sagt dazu: «Die Konzernverantwortungsinitiative ist wichtig, weil sie uns deutlich vor Augen führt, dass Ursachen von Armut und globaler Ungerechtigkeit auch bei uns in der Schweiz zu finden sind. Wir setzen uns für die Initiative ein, weil sie eine konkrete Möglichkeit bietet, sich für gerechtere Strukturen und die Schöpfung zu engagieren.»

Weitere Informationen

Theologische Begründung von «Kirche für Konzernverantwortung»

 

SEA fordert Wechsel im Präsidium von Marsch fürs Läbe

21. Oktober 2020 by

Für den Vorstand der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA ist eine Zusammenarbeit im Verein «Marsch fürs Läbe» unter Präsident Daniel Regli nicht mehr glaubwürdig zu vertreten. Er fordert deshalb das Organisationskomitee des «Marsch fürs Läbe» auf, das Präsidium neu zu besetzen. Nachdem der Stil des Präsidenten und insbesondere die äusserst provokative Kommunikationsform bereits in der Vergangenheit intern und auch öffentlich zu Diskussionen geführt haben, ist mit den neusten Entwicklungen für die SEA eine Grenze erreicht worden. Das gegenüber der Trägerschaft nicht offen kommunizierte Engagement im sogenannten Bürgerforum Schweiz und die widersprüchliche Haltung im Lebensschutz ist mit einer Rolle als integrative Führungsperson nicht vereinbar.

 

Regli hat sich in den vergangenen Wochen an vorderster Front gegen die Schutzmassnahmen der Behörden zu Covid-19 engagiert. Und in einem Interview in idea Spektrum vom 14. Oktober sagte er sinngemäss, dass die behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus unverhältnismässig seien und es nicht zu verantworten sei, so viel zu opfern, nur um das Leben von 400 hochbetagten Menschen zu verlängern. Dies stehe gar im Widerspruch zu einem Bundesgerichtsurteil, welches «den finanziellen Wert eines alten Menschenlebens definiert hat».

 

Der Verein «Marsch fürs Läbe» setzt sich für einen umfassenden Schutz insbesondere des ungeborenen menschlichen Lebens ein. Die SEA trägt dies mit, denn für sie bedeutet die von Gott verliehene Würde des Menschen, dass das menschliche Leben von seinem Anfang bis zu seinem Ende Schutz verdient und dass die Gesellschaft aufgefordert ist, solidarisch für den Schutz vor allem auch der Schwächsten einzustehen. Dies trifft neben Ungeborenen gerade auch auf kranke, behinderte oder sehr alte Menschen zu.

Meinungen müssen Platz haben

24. September 2020 by

Wie kann das Recht auf freie Meinungsäusserung geschützt und in einem guten und gerechten Rahmen ausgelebt werden? Über diese Frage diskutierten Marc Jost (Generalsekretär SEA), Ronja Jansen (Präsidentin der Juso Schweiz) und Erich von Siebenthal (Nationalrat SVP) in einem Livenet-Talk mit Florian Wüthrich.

 

Die Meinungskundgebungen zu Klima, Corona und zum Marsch fürs Läbe sorgten für eine grosse Diskussion über das Recht zur Meinungsäusserung in der Schweiz.  Auch die drei Gäste liessen sich auf das Gespräch ein und diskutierten teils kontroverse Ansichten. Marc Jost und Erich von Siebenthal stehen für Meinungsfreiheit, zeigen aber Bedenken gegenüber illegalen Demonstrationen. Marc Jost meinte: «Das Recht, Meinungen zu äussern, steht jedem Menschen zu. Statt illegaler Aktionen kann man jedoch neue und kreative Wege finden und somit die Diskussion über die eigentlichen Themen fördern.» Der SVP-Nationalrat Erich von Siebenthal fragt sich im Zusammenhang mit dem abgesagten Marsch fürs Läbe: «Wie soll es weitergehen mit unserer Schweiz? Wir müssen wieder zueinander finden auf einer Ebene, auf der man einander versteht.» Die Juso-Präsidentin Ronja Jansen denkt anderseits, dass es den Druck von der Strasse und den zivilen Ungehorsam braucht. Sie unterstützt es aber nicht, wenn eine Meinung zur Hetze wird.

 

Bei den Corona-Demos sind sich die drei jedoch einig: Frust und Verwirrung in dieser besonderen Situation seien verständlich, die verordneten Massnahmen seien trotzdem einzuhalten. Es gehe letztlich auch um die kollektive Freiheit und um Respekt für den Nächsten. Weiter wurde im Talk die Abstimmung über die Antirassismus-Strafnorm rückblickend aufgegriffen und darüber diskutiert, ob es in Zukunft noch Freude bereitet, in einem angespannten Klima zu debattieren. Es herrschte Einigkeit, dass trotz der zusätzlichen Herausforderungen die Debatten und der Meinungsaustausch weitergehen müssten.

Livenet-Talk : «Marsch fürs Läbe, Corona und Klima: Ein Talk zur Meinungsfreiheit»

 

Marc Jost im INSIST zum Thema Meinungsfreiheit: «Ein Freiheitsrecht im Dienst von Wahrheit und Gerechtigkeit»

 

Aktualisierte Schutzkonzepte für Frei- und Landeskirchen

23. September 2020 by

Ab 1. Oktober 2020 gilt für Freikirchen die neue, aktualisierte Version des Schutzkonzeptes, die vom Dachverband freikirchen.ch verfasst wurde. Diese Version ersetzt das Schutzkonzept vom 22. Juni 2020. Auch für die Kindergottesdienste/Kinderbetreuung liegt ein angepasstes Konzept vor, das ebenfalls am 1. Oktober in Kraft tritt.

 

Was ist neu am Schutzkonzept Version 01.10.2020?

  • Kantone können die maximale Personenzahl vorgeben, die bei einem Contact Tracing kontaktiert werden müssen. Die Veranstalter müssen in der Lage sein, diese Vorgaben zu erfüllen und müssen dementsprechend Sektoren im Gottesdienstsaal bilden.
  • Sitzordnung: Zu diesem Punkt gibt es neu drei mögliche Varianten, die je nach Freikirche und Kanton anders aussehen können:
    1. Sitzordnung 1.5 Meter
    2. Sitzordnung Reihenbestuhlung
    3. Sitzordnung Masken
  • Tragen von Masken beim Singen: «Wird der Sitzabstand, wie in Punkt 8 – Sitzordnung beschrieben, eingehalten und lassen sich die Gemeinderäumlichkeiten lüften, ist Gemeindegesang gut möglich. Es wird empfohlen, dass die Gemeinde als Ganzes steht oder sitzt während des Gemeindegesangs. Wir empfehlen das Tragen von Masken. Sollte sich in einer Region oder Kanton die Ansteckungsquote erhöhen, kann der Freikirchenverband eine Maskenpflicht für freikirchliche Veranstaltungen veranlassen.»

 

Die üblichen Abstands- und Hygieneregeln bleiben bestehen. Verantwortlich für die Umsetzung des Schutzkonzeptes ist die örtliche Kirche. Es gilt das eigenverantwortliche Handeln. Die Kirche kann dabei die unterschiedlichen kantonalen Vorgaben einarbeiten.

 

Reformierte Kirche Bern-Jura-Solothurn

Auch die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn haben ihre Hilfestellung aktualisiert. Die wesentlichste Anpassung bildet ein neues Ablaufschema, in dem  Massnahmen aufgelistet werden, sollte eine Mitarbeiterin, ein Mitarbeiter aus einem Risikogebiet einreisen oder Covid-Symptome aufweisen.

 

Corona und Kirche Thinktank 27. Okt. 2020

Gibt es für die Kirchen nach dem Lockdown ein Zurück zum Normal? Klar ist, dass sich verschiedene Trends beschleunigt und verstärkt haben. Am Thinktank vom 27. Oktober 2020, der von der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA und Freikirchen.ch organisiert wird, möchte man gemeinsam die aktuellen Chancen und Herausforderungen identifizieren und darüber nachdenken, wie Kirchen unter den neuen Vorzeichen aufblühen und ihr Miteinander gestalten können. Eingeladen sind insbesondere Leitende aus Kirchen, christlichen Werken und Bildungsinstitutionen. Mehr Infos und den Link zu Anmeldung finden Sie hier.

 

Alle Schutzkonzepte und weitere Unterlagen sind im Corona-Dossier verfügbar.

«Die Glaubwürdigkeitsprüfung ist die Achillesferse im Asylverfahren»

14. September 2020 by

Staatssekretär Mario Gattiker (M.) betonte im Gespräch mit Egzon Shala (l.) und Marc Jost von der AG interkulturell die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Engagements – wie jenes der Kirchen – im Asylbereich.

Die Schweizer Asylpolitik funktioniert in der Gesamtbetrachtung gut, aber im Einzelfall sind Schwachstellen im Verfahren nicht von der Hand zu weisen. So lautete eine der Erkenntnisse eines Treffens mit dem Staatssekretär für Migration, Mario Gattiker, das von der Arbeitsgemeinschaft interkulturell der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA organisiert worden war.

 

«Es ist eine Schande, dass Europa die menschenunwürdigen Zustände in den Flüchtlingslagern einfach so duldet»: Mario Gattiker, Staatssekretär des Staatssekretariats für Migration (SEM), zeigte sich bei dem Treffen mit interkulturell tätigen Vertreterinnen und Vertretern aus Kirchen und christlichen Werken betroffen. Wenige Stunden zuvor war die Nachricht aus Lesbos eingetroffen, dass das dortige Flüchtlingslager Moria grösstenteils abgebrannt war.

 

Der von der SEA-Arbeitsgemeinschaft interkulturell organisierte Anlass sollte ursprünglich auch einen Besuch des Bundesasylzentrums in Bern umfassen. Wegen der Vorgaben zum Schutz vor Corona-Infektionen musste dieser Programmpunkt zwar verschoben werden, der Staatssekretär nahm sich aber betont gerne Zeit für einen stündigen Austausch in den Räumlichkeiten der BewegungPlus in Bern. «Ihr Interesse freut mich sehr. Flüchtlingspolitik ist nicht nur eine Staatsaufgabe; es braucht auch das zivilgesellschaftliche Engagement.»

 

Im Zweifel für den Asylsuchenden

Von besonderem Interesse war für die rund 25 Anwesenden das Vorgehen bei Konvertiten – Menschen, die wegen ihrer Hinwendung zum Christentum nicht in ihre Heimat zurückkehren können. Eine Schwierigkeit besteht darin, dass es sich dabei um einen inneren Vorgang handelt, der kaum beweisbar ist. Erfragt und soweit möglich überprüft werden die persönliche Motivation, Ablauf und Zeitpunkt der Konversion, aber ebenso das Religionswissen. «Wir investieren sehr viel in die Glaubwürdigkeitsprüfung, sind sehr gut dokumentiert und analysieren die Aussagen der Asylsuchenden akribisch», sagte Gattiker. Leider gebe es auch vorgetäuschte Konversionen, doch im Zweifelsfall sei es wichtig, für den Asylsuchenden zu entscheiden. «Wir können es uns nicht leisten, eine Person aufgrund einer Fehleinschätzung in ihre Heimat zurückzuschicken und sie dort allenfalls der Verfolgung auszusetzen.» Er erinnerte an das zwingende Völkerrecht, das es verbietet, selbst kriminelle Ausländerinnen und Ausländer wegzuweisen, wenn ihnen Folter bzw. kein rechtsstaatliches Verfahren droht.

 

Auf der anderen Seite plädierte Mario Gattiker für einen konsequenten Wegweisungsvollzug bei abgewiesenen Asylsuchenden. «Wenn wir unkooperatives Verhalten belohnen, höhlen wir unser Asylrecht aus und dies geht zulasten der wirklich Schutzbedürftigen.» Dank Rückkehrberatung und -hilfen sollen – nicht zuletzt im Sinn der Menschenwürde – möglichst viele der Abgewiesenen für eine freiwillige Rückkehr in ihr Herkunftsland gewonnen werden. Vor diesem Hintergrund sieht Gattiker die Praxis einzelner Kantone skeptisch, Menschen mit einem negativen Asylentscheid privat unterzubringen.

 

Begleitung und Realitätsnähe

Sein gesamtes Berufsleben habe er im Migrationsbereich verbracht, sagte der 64-Jährige, und dabei sei es immer sein Anliegen gewesen, den Flüchtlingen ehrlich zu sagen, was sie in und von der Schweiz erwarten könnten und was nicht. So richtete er abschliessend den Wunsch an die im Asylwesen aktiven Christen, in der Begleitung von Migranten ein realistisches Bild von der Schweiz zu zeichnen und ihnen nicht «das Blaue vom Himmel» zu versprechen.

 

Das Klischee von den naiven Christen

Damit war die Frage für die anschliessende Diskussion im Plenum gesetzt: Begegnen einige Christen Geflüchteten auf naive Art, wie es ihnen gerne pauschal vorgehalten wird? Nein, denn wenn sich die Motivation der Nächstenliebe und fachlich kompetentes Handeln idealerweise ergänzen, werden kirchliche Akteure im Asylbereich als seriös wahr- und ernstgenommen. So können sie gerade in den Bereichen einen Unterschied machen, in denen die Schweizer Asylpolitik Schwachstellen aufweist – die im Übrigen auch Mario Gattiker nicht verschwieg. Das heisst auch, Menschen im Asylverfahren mit Liebe zu begegnen, ihnen zu ermöglichen, Jesus kennenzulernen, und damit eine Hoffnung zu vermitteln, die unabhängig vom Asylentscheid steht und über die aktuellen Probleme hinausweist.

Nationaler Runder Tisch der AG interkulturell

Wie unterscheidet sich die Herangehensweise von Schweizer und internationalen Leitern und Teams bei der Gründung einer Gemeinde und was können sie voneinander lernen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich gleichentags am Nationalen Runden Tisch der Arbeitsgemeinschaft interkulturell Delegierte von Gemeinden, Werken oder Gemeindeverbänden aus der ganzen Schweiz. Ziel war es, die Chancen und Hürden der Zusammenarbeit zu erkennen, zu diskutieren und anzugehen. Pastoren junger Migrationskirchen wie auch Leitende etablierter internationaler Kirchen berichteten von ihren Beweggründen, Erfahrungen und Wünschen. Die anschliessenden Workshops dienten der Vertiefung, dem Austausch und der gegenseitigen Bereicherung. Mehr…

 

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